Warum du als Fotograf nicht um das Farbmanagement rumkommst

Stefan Tschumi

Stefan Tschumi

Stefan liebt es, die Welt zu bereisen und unvergessliche Momente mit der Kamera festzuhalten. Ach ja, Kaffee liebt er auch.

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Hast du dich auch schon gefragt, warum Bilder, welche du in den Druck gibst, am Ende nicht gleich aussehen wie jenes Foto auf deinem Computerscreen? Oder hast du schon bemerkt, dass dein Foto auf dem Rechner deines Freundes nicht gleich angezeigt wird wie bei dir? Das hier angesprochene Phänomen resultiert aus einem grundlegenden Problem der digitalen Fotografie.

Generell gilt festzuhalten, dass jeder Mensch Farben anders wahrnimmt. Die Augen und das Gehirn nehmen spektrale Informationen wahr. Dies bildet die Basis für das Farbempfinden woraus resultiert, dass es sich beim Phänomen Farbe im Grunde um eine menschliche Wahrnehmung dreht. Dementsprechend ist Rot nicht gleich Rot. Genau so wenig wie Blau einfach nur Blau ist. Das lässt sich natürlich auf jede weitere Farbe übertragen.

Street Art auf Galapagos
Street Art auf Galapagos

Farben – Herausforderungen für Hard- und Software

Einfach gesagt, fängt die Kamera Licht ein, welches dank Sensor, Prozessor und Software in ein Bild umgewandelt wird. Am Anfang steht also ein Gerät, mit welchem wir ein Bild produzieren. Dieses können wir dann auf der Rückseite der Kamera, an einem Computermonitor, auf dem Handydisplay oder jedem anderen Bildausgabegerät anzeigen. Das Problem ist nur, dass jedes Ausgabegerät Farben leicht anders darstellt, selbst wenn der gleiche Farbraum (dazu kommen wir gleich noch) zu Grunde liegt.

In der heutigen Zeit sind die wichtigsten Komponenten in einem fotografischen Workflow wohl die Kamera, der Computermonitor oder das Smartphone-Display, sowie der Drucker. Dies könnte den Anschein erwecken, dass der Hardware in diesem Workflow die wichtigste Rollen in Bezug auf die Farben zukommt. In Wirklichkeit aber, ist die Software die entscheidende Komponente. Die vielen Schnittstellen im Workflow stellen also eine Herausforderung dar.

Beim Farbmanagement geht es um das System, welches für die präzise Farbkommunikation zwischen Hardware und Software verantwortlich ist.

Hardwarekalibrierung
Hardwarekalibrierung des BenQ SW320 Fotomonitors.

Die Wahl des richtigen Farbraums

Der Farbraum definiert grundsätzlich, wie viele Farben überhaupt angezeigt werden können. Es gibt hunderte dieser Farbräume. Heute haben sich aber vor allem sRGB und Adobe RGB etabliert. Adobe RGB bietet die Möglichkeit, mehr Farben anzuzeigen. sRGB ist aber der am weitesten verbreitete Farbraum. Er stellt im Vergleich zu Adobe RGB weniger Farben dar, trotzdem sollte man sich an ihm orientieren, da Displays, sowie Beamer meist sRGB verwenden.

Street Art in Quito
Street Art in Quito

Farbprofile für die Farbzuordnung

Ein Farbprofil ist mit einem Informationszettel vergleichbar. Mittels Profil wird der Software sowie der Hardware mitgeteilt, wie die Farben zu interpretieren sind. Es beschreibt RGB Werte sowie die Werte für die jeweilige Farbmanagementsprache. Webbrowser beispielsweise, zeigen manchmal Farben leicht anders an. Das kann am verwendeten Farbprofil des Browsers liegen. Das Farbprofil könnte demnach auch als Anleitung zur Farbwiedergabe beschrieben werden.

Daraus folgt, dass je nachdem, welchen Farbraum man bei der Aufnahme in der Kamera eingestellt hat, Farben anders angezeigt werden. Wählt man Adobe RGB, so sollte das Ausgabegerät auch in der Lage sein, Adobe RGB anzuzeigen. Kann dieses jedoch nur sRGB wiedergeben, werden die Farben, welche ausserhalb dieses Farbraums liegen, umgewandelt und die Chance ist gross, dass Artefakte und Farbveränderungen stattfinden.

Wenn man dann zusätzlich noch sicherstellen will, dass der Monitor auch wirklich echte Farben anzeigt, sollte man ihn kalibrieren. Übrigens kannst du auch deine Kamera kalibrieren. In diesem Blog gehe ich nicht ins Detail, da das Thema ein riesiges ist. Wichtig ist aber zu verstehen, dass Farben generell relativ und die Schnittstellen im fotografischen Workflow zahlreich sind. So oder so gilt, wenn du geren fotografierst, solltest du dich vertieft mit dem Thema Farben wiedergeben. Vor allem wenn du Bilder drucken möchtest. Denn nicht alle Farben, die am Monitor angezeigt werden können, kann von der Druckerei zu Papier gebracht werden.

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