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Sony Alpha 7RII – Kritikpunkte zum Megapixel-Monster

Die Sony Alpha 7RII im Einsatz in Schottland - Foto by Florian Roost (Instagram: @floroost)

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, oder anders ausgedrückt: Wo Fans sind, da sind auch Kritiker. Dies ist auch in der Welt der Kameras so. Canon- und Nikon-User kennen dies schon lange. Als Sony-User wurde man in der Fotografie sowieso lange belächelt. Oft hiess es flapsig: “So nie!“, wenn man mit einer Sony Kamera auftauchte. Heute sieht dies anders aus. Mit der Alpha 7 Serie hat Sony den Kameramarkt im Bereich der Systemkameras revolutioniert und sorgt dafür, dass zu den Platzhirschen Canon und Nikon ein neuer Player stösst. Die Sony Alpha 7RII gilt als fast perfekte Kamera. Um das Wort “fast“ wird sich dieser Blog drehen, bei dem ich auf einige oft zu hörende Kritikpunkte eingehen werden.

Eines vorne weg, die perfekte Kamera gibt es nicht. Weder bei Canon, noch bei Nikon noch bei Sony. Man findet immer den einen Punkt, der eben nicht so ganz passt. Ich habe schon mit Canon und Nikon fotografiert und finde die Kameras absolut gut. Mein Wechsel zu Sony hat nicht zuletzt mit den Kamera-Innovationen aus diesem Hause zu tun, sondern auch mit der fantastischen Qualität. Aber beginnen wir mit den Kritikpunkten.

Die Akkulaufzeit ist bescheiden

Dieser Kritikpunkt stimmt. Da gibt es wenig dran zu rütteln. Bei Canon und Nikon kommt man mit einem Akku oder zumindest mit zweien gut durch den Tag. Dies ist weder mit der Sony Alpha 7RII, noch mit der 7SII und auch nicht mit der Alpha 6500 möglich. Alle teilen sie sich den gleichen Akku, was super ist, wenn man mehrere Modelle von Sony nutzt, denn es braucht nur einen Typ Akku. Jedoch hält dieser meist nicht lange. Rund zwei Stunden, maximal zweieinhalb. Wenn mit der Kamera gefilmt wird und zusätzlich das S-Log Profil benutzt wird, ist es auch gerne mal weniger als eine Stunde. Wir verlangen aber zunehmend nach kleineren Kamerabodies und demzufolge sind dann auch die Akkus kleiner. Ich packe einfach jeweils rund 10 Akkus ein für einen Trip und habe so immer genug frische Batterien. Bei der Alpha 9 hat Sony nachgebessert und serviert Akkus mit längerer Laufzeit.

Das Sony g Master liegt auf dem Rucksack.

Ein SD-Karten-Slot ist zu wenig

Gleich nach dem Akku kommt jeweils das Thema mit dem SD-Karten-Slot. Ich hätte auch lieber zwei, so wie bei der Alpha 9, aber man gewöhnt sich an den einen Slot. Ich hatte noch keine Probleme mit meiner SD Karte und sichere die Bilder jeweils am Ende des Tages auf mein Macbook oder eine externe Festplatte. Aber auf jeden Fall wären zwei Slots super gewesen. Dies als Grund zu nennen, weshalb die Alpha 7RII nicht professionell eingesetzt werden kann, sehe ich aber nicht.

Das Display dürfte besser sein

Der Sucher erfährt viel Lob, das Display Kritik. Nicht ganz zu unrecht. Teilweise ist die Kontrastbeurteilung anhand des Displays schwierig. Im Sucher funktioniert dies aber hervorragend. Dies ist für mich kein grosser Mangel, da ich sowieso immer mit dem Sucher arbeite. Ansonsten verfügt die Kamera auch über Zebra, welches bei der Kontrast-Beurteilung helfen kann.

Das Display ist klappbar, lässt sich aber nicht auf die Seite drehen. Sony hat hier gute Arbeit geleistet und bei einer Profikamera ein Klappdisplay verbaut. Andere Hersteller sind diesem Vorbild gefolgt und es ist in der Tat wunderbar, ein solches Display zu haben. Schade ist, dass man es nicht auf die Seite wegklappen kann. Besonders für Vlogger wäre dies von Vorteil. Der Fakt, dass dieses Feature fehlt, stört mich persönlich aber bei der Alpha 7SII mehr als bei der 7RII. Beim Fotografieren reicht mir die Klappfunktion. Schade ist, dass kein Touchscreen eingebaut ist. Die Technologie wäre bei Sony vorhanden. Dies zeigen Sie bei der Alpha 6500.

Das Menü ist gewöhnungsbedürftig

Logisch, was ist schon nicht gewöhnungsbedürftig. Klar, im Zeitalter von iPhone und Co. sind wir intuitiv zu bedienende Geräte fast schon gewohnt. Mir persönlich sagt das Menü der Sony Kameras, egal ob jenes der 7RII oder das neuere der Alpha 6500, sehr zu. Die Einteilung ergibt für mich Sinn. Ich muss jedoch zugeben, dass das Menü absolut Geschmackssache ist und ich mir vorstellen kann, dass sich nicht jeder direkt zurechtfindet.

42,4 Megapixel sind (zu) viel

Die Auflösung der 7RII ist fantastisch. Die 42,4 Megapixel sorgen für einen Detailreichtum der umwerfend ist. Generell ist der Sensor einer der besten auf dem Markt. Was die 42,4 Megapixel anbelangt, diese sind Segen und Fluch zugleich. Zumindest, wenn man keinen schnellen Computer hat. Eine so hohe Auflösung bedeutet natürlich auch eine extrem grosse Datenmenge. Die Bilder, die im RAW-Format aus der 7RII kommen, sind riesig. Dies ist mit ein Grund dafür, warum ich die schnellste Konfiguration in Sachen iMac benutze. Das Gleiche gilt meistens auch für das MacBook Pro. Diese Auflösung braucht jeder Menge Rechenleistung.

Zudem führen die 42,4 Megapixel auch dazu, dass die 7RII ab und an ein wenig träge reagiert, vor allem beim Serienshooting. Nicht direkt bei der Aufnahme, aber danach. Die Kamera braucht jeweils noch einige Sekunden, um die Bilder zu schreiben. Wer also Sport fotografieren will, wird wohl mit der Alpha 9 glücklicher. Diese Kamera ist ein Beast wenn es um Serienbilder geht. Diese Kamera kommt aber (nur) mit 24,2 Megapixeln daher. Auch die Alpha 6500 ist fantastisch im Bereich Serienbilder.

Wie schon einleitend erwähnt, gibt es die perfekte Kamera nicht. Und mit perfekt meine ich, eine Kamera, die keinen einzelnen Kritikpunkt erfährt. Es gibt aber durchaus die perfekte Kamera für einen Fotografen. Bei mir ist es die 7RII. Da ich kaum Sport fotografiere, brauche ich keine schnelle Seriengeschwindigkeit. Und Tiere fotografiere ich ohnehin mit der Alpha 6500, wegen dem Crop Faktor. Die oft zu hörenden Kritikpunkte an der Alpha 7RII sind real, sie existieren. Aber jeder muss für sich entscheiden, ob diese für die eigenen Anwendungszwecke Nachteile darstellen. Die 7RII ist auf jeden Fall nahe an der Perfektion.

#MitSonyAlphaumdieWelt

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