Impfungen – Wenn der Doktor mit der Nadel kommt

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Impfungen – Wenn der Doktor mit der Nadel kommt

Eine Spritze mit einem Impfsoff wird aufgezogen.

Impfungen rund um Typhus, Tollwut, Gelbfieber und Co. sind ein Thema an dem sich die Geister scheiden. Vor allem jene der Reisenden. Denn es gilt nicht nur andere Länder, andere Sitten. Sondern auch: Andere Länder, andere Krankheiten. Wer losziehen und die Welt entdecken will, der sieht sich automatisch mit dem Thema Impfungen konfrontiert. Das Angebot an Impfungen ist  gross. Stellt sich nur die Frage: welche Impfungen sind sinnvoll und auf welche kann getrost verzichtet werden? 

Die Impfungen starten mit der Arztwahl

Bevor der Arzt mit der Nadel kommt, lohnt es sich Recherchen anzustellen. Ich bin weder ein Freund vom Impfen, noch ein Freund von Tabletten. Deshalb tue ich mich mit diesen Themen auch etwas schwer. Mitte Mai 2017 hatten wir einen Termin bei einem Tropenarzt. Dies ist die übliche Anlaufstelle, vor allem wenn Gelbfieber ein Thema werden könnte. Was wir da erlebten, ist schwer in Worte zu fassen. Der Arzt war eine Nummer für sich. Wir haben die volle halbe Stunde nach der versteckten Kamera Ausschau gehalten. Denn wir fühlten uns wie im falschen Film.

Gelbfieber – Es kommt auf die Region an

Gelbfieber ist das Spezialgebiet des Arztes, deshalb wurde er uns von unserem Hausarzt empfohlen. Wie es sich gehört, hatten wir zu dem Beratungsgespräch unsere Impfausweise dabei. Stefan hat bereits einige Stempel und viel Gekritzel in seinem. Als ich diesen sah vermutete ich, dass  ich wohl noch etwas „nachrüsten“ muss. Dies löste bei mir ein ungutes Gefühl aus. Der Tropenarzt hat sich unsere Route angeschaut und sich direkt dem Thema Gelbfieber gewidmet. Das Fazit nach Betrachtung der Liste war: Unbedingt Gelbfieber impfen. Eine kurze Recherche im Internet wollte sich der gute Herr dann aber doch nicht nehmen lassen. Er scrollte und scrollte und hat innerhalb von 5 Minuten von Gelbfieber ja, zu Gelbfieber nein, zu Gelbfieber ja und wieder zurück zu Gelbfieber nein gewechselt. Okay, Gelbfieber nein, mir sollte das recht sein.

Tollwut – Wilde Tiere als Gefahrenquelle

Das nächste Thema auf dem Programm war Tollwut. Diese ist, wenn sie nicht behandelt wird, tödlich. Allerdings müsste dich auf der Reise dann tatsächlich ein Tier anfallen. Letztendlich bedeutet Tollwut ein Risiko. Anders ausgedrückt ist auch das Leben ein Risiko. Der gute Herr hat sich bezüglich Tollwut sehr vage ausgedrückt und weder eine Empfehlung dafür noch dagegen abgegeben. Wir haben uns deshalb erstmal gegen die Impfung entschieden. Später aber doch die Entscheidung getroffen, dass wir diese Impfung noch in der Schweiz machen. Hintergrund ist ein simpler. Der Impfstoff ist nicht immer überall sofort lieferbar und mit der Impfung hat man etwas mehr Zeit, um einen Arzt aufzusuchen, um diese aufzufrischen. Hat man die Impfung nicht, besucht man den Arzt einige Male mehr. Dazu kommt, dass man über Monate hinweg keine Gewissheit hat, ob die Krankheit ausbricht oder nicht. Dies kann eine Reise ganz schön verderben. Da habe wir lieber die drei Impftermine im Vorfeld.

Typhus – Der Reiseverderber

Punkt Nummer drei unseres Impfgesprächs war Typhus. Impfung ja oder nein? Der Arzt konnte uns nicht abschliessend helfen. Wir haben uns deshalb bei unserem Hausarzt noch eine Zweitmeinung eingeholt. Er meinte, es sei sinnvoll, sich gegen Typhus zu impfen. So haben wir diese Impfung dann doch noch gemacht. Zudem hörten wir von einigen Personen im Bekanntenkreis, die wegen Typhus die Reise abbrechen mussten. Die Typhus-Impfung ist eine Schluckimpfung, welche man beim Arzt abholen und vor der Reise in bestimmten Abständen einnehmen kann.

Malaria – Ein Impfstoff ist Fehlanzeige

Malaria wird, besonders wenn man nach Afrika reist, zwangsläufig thematisiert. So auch bei uns. Wer in ein Risikogebiet reist, sollte eine Art Sensibilisierung machen. Ein Impfstoff gegen Malaria gibt es nicht, da sich der Erreger stetig wandelt. Bei der Sensibilisierung handelt es sich um einen Chemiecocktail, der einem ganz schön zusetzen kann. Ein Freund von uns hat diese Sensibilisierung gemacht und übelst damit zu kämpfen.

In unserem Fall haben wir einfach Malarone geben lassen. Nein, es handelt sich hierbei um keine Läckerei wie beispielsweise die Schweizer Schockolade Toblerone. Bei Verdacht auf Malaria können wir die Malarone Tabletten einnehmem. Müssen aber dennoch sofort zum Arzt.

Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis ist für Asienreisende ein Begriff. Bei uns kam das Thema wegen Bali und Myanmar auf. Bei der Japanische Enzephalitis hängt der Entscheid für oder gegen eine Impfung stark mit der Region und der Reisezeit zusammen. Sie wird bei einem Aufenthalt von mehr als vier Wochen empfohlen. Wir haben uns gegen eine Impfung entschlossen, da dass Risiko bei uns sehr gering ist. Wir reisen nicht in einer Zeit, in welcher die Krankheit normalerweise übertragen wird. In Myanmar wird diese typischerweise von Mai bis Oktober übertragen und wir reisen dort im Dezember.

Hepatitis – Nicht nur auf Reisen wichtig

Hepatitis ist eine Impfung, welche nicht nur auf Reisen empfohlen wird. Bei der Prüfung unserer Impfausweise ist dem Arzt aufgefallen, dass ich keine Hepatitis A und B Impfung hatte. Das Verrückte daran ist, ich lebe noch, man glaubt es kaum. Ich war selber ganz überrascht, dass ich 28 Jahre ohne diese Impfung überleben konnte ;-). Die Hepatitis Impfungen habe ich aber trotzdem nachgeholt. Bei einer kombinierten Hepatitis-Impfung werden deren drei fällig.

Impfung und die Nebenwirkung

Zwei Tage nach der Hepatitis-Impfung stand es dann auch Eins zu Null für Hepatitis. Ich war die Tage nach der Impfung so richtig platt und fühlte mich wie durch den Fleischwolf gedreht. Das kenne ich so von mir gar nicht.
Stefan hat sich an diesem Tag noch eine Auffrischung der Starrkrampfimpfung gegönnt and that’s it. Er hatte lediglich mit einem etwas lahmen Arm zu kämpfen. Für jemand, der oft mit der Kamera hantieren muss wohl etwas ungeschickt, aber handelbar.

Die erste Tollwutimpfung haben wir ganz gut vertragen. Nach der zweiten Dosis lagen beide für etwa 12 Stunden mit Fieber im Bett. Mich hat es jedoch etwas härter getroffen als Stefan. Nach der dritten Spritze hatten wir beide einen Tag lang mit extremen Kopfschmerzen zu kämpfen. Typhus hattte glücklicherweise keine Nebenwirkungen.

Die Reaktion meines Körpers auf die Impfungen hat mich etwas nachdenklich gestimmt. Ich habe daraufhin etwas bezüglich Nebenwirkungen recherchiert und bin auf das Thema Impfschäden gestossen. Da gibt es viele herzzerreissende Geschichten im Netz. Am Ende des Tages soll jeder für sich selber entscheiden, was er seinem Körper zumuten will. Ich bin da vielleicht etwas zu ängstlich. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich in das Thema einzulesen und nicht einfach zu impfen, weil das alle machen. Nichtsdestotrotz würde ich auch immer Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen fragen. Denn wer bereits Reiseerfahrung hat, kennt sich auch mit Impfungen meist recht gut aus. Bei Unsicherheiten würde ich zudem mehr als einen Arzt befragen. Eine Zweitmeinung ist nie schlecht. Letztendlich entscheidet auch immer das eigene Sicherheitsbedürfniss. Es sollte sich einfach jeder auf der Reise wohl und sorglos fühlen können.

Hast du bereits einen Schlafsack für deine nächste Reise? Wir haben uns umfänglich informiert und geben hier gerne unser Wissen weiter, denn Schlafsack ist nicht gleich Schlafsack.

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