Fernreisen während Corona – Teil Zwei: Unsere Erfahrungen

Fernreisen während Corona – Teil Eins: Unsere Gedanken
Fernreisen während Corona – Teil Drei: Die Vorbereitung

Fernreisen während Corona – Teil Zwei: Unsere Erfahrungen

Im letzten Blog haben wir Gedanken zum Thema Fernreisen in Corona-Zeiten geteilt und sind dabei auf verschiedene Aspekte und Herausforderungen eingegangen. In diesem Artikel möchten wir unsere eigene Erfahrung teilen und dir verraten, wie das Reisen in diesen speziellen Zeiten wirklich ist.

Wir leben an der Grenze zu Deutschland. Aktuell dürfen wir diese nicht überqueren, respektive, müssten nach dem Grenzübertritt in Quarantäne. Generell ist es so, dass die Einreisebestimmungen der Länder immer wieder ändern und die Situation weiterhin sehr dynamisch ist. Vor diesem Hintergrund waren wir im Februar 2021 sehr gespannt, wie es denn so sein wird, wenn man auf der Langstrecke unterwegs ist. Ein Projekt hat uns nach Galapagos gezogen. Eine spezielle und gleichzeitig wunderbare Erfahrung.

Der Mythos mit den langen Wartezeiten

Die Bilder sind durch die Medien getragen worden: komplett überfüllte Abflughallen. Leute, welche die Abstände nicht eingehalten haben. Bodenpersonal, welches der Situation nicht mächtig wurde. Ebenso haben wir die Bilder von komplett leeren Korridoren an den Flughäfen gesehen. Daher waren wir neugierig darauf zu sehen, wie sich die Situation schlussendlich präsentieren würde. Generell hiess es, man müsse viel mehr Zeit als vorher einplanen, da es zu langen Wartezeiten kommen wird. Bei uns präsentierte sich die Situation dann ganz anders. Wir mussten kaum warten. Obschon durchaus Menschen unterwegs sind – und teilweise gar nicht so wenige, hatten wir keine langen Wartezeiten, weder beim Check-In noch beim Security-Check.

Es gab einzig bei der Einreise in Ecuador eine Situation, die uns deutlich machte, dass wir doch in sehr speziellen Zeiten unterwegs sind. Die ankommenden Passagiere wurden in Gruppen in einen Wartebereich geführt, mussten sich dort setzen und warten bis jemand vorbei kam, um die Formalitäten zu erledigen. Zusätzlich zum üblichen Papierkram mussten wir ein Gesundheitsformular ausfüllen und ihr könnt es euch denken, ein negatives Corona-Testergebnis brauchten wir natürlich auch. Aber ansonsten war es wie immer. In Zürich sogar schneller, da bei der Sicherheitskontrolle sehr viele Checkpunkte offen, aber weniger Passagiere als sonst unterwegs waren. So konnten wir quasi einfach durchlaufen. Gleiches haben wir in Madrid und auch in Quito beim Rückflug nach Spanien erlebt.

Der Mythos Papierkrieg

Im Vorfeld haben wir oft gehört, dass Reisen in Covid-Zeiten mit einem grossen Papierkrieg verbunden sei. Was sicherlich stimmt ist, dass mehr Dokumente anfallen als zuvor und der Aufwand dadurch ein wenig grösser ist. Allem voran braucht es einen negativen Covid-Test. Der grösste Aufwand liegt aber tatsächlich darin herauszufinden, was für Formulare benötigt werden und wie lange das Testergebnis akzeptiert wird. Denn dies ändert gefühlt ständig.
Bei der Rückreise in die Schweiz mussten wir uns online registrieren. Dabei wurden Informationen wie das Abreiseland und der Sitzplatz im Flugzeug abgefragt. Anschliessend erhält man einen QR-Code, welchen man auf dem Mobiltelefon mit sich führt.

Es gibt auch Dokumente, bei denen wir uns heute noch nicht so ganz sicher sind, ob sie gebraucht werden oder nicht: die Transferdokumente. Bei uns war es so, dass wir bei der Hin- sowie Rückreise jeweils über Madrid geflogen sind. Teils hiess es, für den Transfer in Spanien seien Dokumente notwendig, was bedeutet, dass man sich auch in diesem Fall vorab online anmeldet und die notwendigen Daten zur Verfügung stellt. Von uns wollte aber niemand ein Dokument sehen. Eigentlich logisch, denn wir sind ja nie in Spanien eingereist und haben uns nur jeweils sehr kurz in der Transitzone aufgehalten. Unsere Logik würde nun dahingehen, dass keine Dokumente benötigt werden für den Transfer. Aber Logik und Covid Regelung passt einfach nicht zusammen, weshalb wir ganz nach dem Motto «safety first» die Registrierung vorgenommen haben.

In Ecuador benötigten wir wiederum ein Formular mit dem wunderbaren Namen «Solicitud de Salvoconducto de Grupos Organizados para la reapertura de vuelos en la marco de la emergencia sanitaria Covid-19 en la provincia de Galápagos». Dieses Dokument wird von der Unterkunft ausgestellt. Ohne dieses Formular ist eine Einreise nicht möglich. Aktuell kann man also nicht spontan mal kurz nach Galapagos reisen und sich erst nach der Ankunft um das Hotelzimmer kümmern.

Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass man zwei bis drei zusätzliche Dokumente braucht. Wobei es teilweise ja auch schon vor Corona Einreiseformulare gab. Beim Check-In wird übrigens jeweils nach dem gültigen Covid-Test gefragt und teilweise wird an den Flughäfen vor Betreten des Gebäudes geprüft, ob die Reisenden einen negativen PCR-Test mitführen. Generell lohnt es sich in dieser Zeit zumindest die Flüge über die Reisebüros zu buchen, da die Mitarbeitenden über die zusätzlichen Formalitäten bestens informiert sind.

Der Covid-Test (PCR-Test) und dessen Gültigkeit

Er ist das Eintrittsticket in fremde Länder: der negative Covid-Test, oder besser, der negative PCR-Test. Dabei gibt es verschiedene Methoden, wie dieser Test durchgeführt wird. Zum einen mit einem Abstrich aus der Nase. Dabei wird ein langer dünner Stab in die Nase eingeführt und gefühlt bis zum Hirn hochgedrückt. Das Prozedere wird auf beiden Seiten durchgeführt. Ein PCR-Test kann aber auch als Rachentest durchgeführt werden. Dabei wird eine Spezialflüssigkeit für mehrere Sekunden gegurgelt und dann wieder ausgespuckt. Wer über Zürich ausreist und den Test am Flughafen macht, der kann diesen Spucktest machen. Die Probe geht dann in ein Labor in Tägerwilen. Da wir gleich um die Ecke wohnen, sind wir vor der Abreise kurz zum Testlabor gefahren und haben den Test gleich dort vor Ort gemacht. Man kann da auch ohne Termin hinfahren, registriert sich, holt die Flüssigkeit ab, gurgelt, spuckt, fertig. Das ganze Prozedere dauert wenige Minuten, ist viel angenehmer als der Stäbchen-Test und das Resultat hatten wir innerhalb von drei Stunden. Am Flughafen wird übrigens ein Ergebnis innerhalb von fünf Stunden garantiert. Wir mussten uns das Ergebnis auf Englisch bestätigen lassen. Zudem musste das Labor die Ergebnisse direkt an die Behörden in Ecuador, respektive auf Galapagos senden. Das alles klappte absolut problemlos. Der ganze Spass kostete uns circa 130 CHF.

Auch für die Rückreise benötigten wir einen negativen PCR-Test. Diesen konnten wir am Flughafen in Quito machen lassen. Den Test gab es dort für läppische 80 USD – ein Spottpreis ;-). Allerdings mussten wir uns dem unangenehmen Stäbchen-Test unterziehen. Aber auch hier ging alles sehr flott von Statten und die Ergebnisse bekamen wir per E-Mail zugestellt.

Wichtig ist, dass du die Gültigkeit des Tests beachtest. Respektive, die Regeln der einzelnen Länder. Je nachdem wo du hinreisen möchtest, darf dein Test nicht älter als 72 Stunden sein. Einige Länder erlauben gar nur 48 Stunden zwischen Test und Einreise. Dies kann natürlich immer wieder ändern, deshalb lohnt es sich, im Vorfeld der Reise die Bestimmungen regelmässig zu prüfen. Und beachte in jedem Fall die Zeitverschiebung.

Die Quarantäne-Regeln

Je nach Land gelten neben dem negativen PCR-Test noch zusätzliche Auflagen für eine Einreise. Hier lautet das Stichwort Quarantäne. Ist dies der Fall, muss man sich als Reisender in die Isolation begeben. Für wie lange entscheiden die Länder selber. Daher gibt es von vier Tagen bis zu fast zwei Wochen alle Modelle. Teils kann die Quarantäne-Zeit durch einen Test, den man einige Tage nach Antritt der Quarantäne ablegen kann, verkürzt werden.

Für den Antritt der Quarantäne ist es meist nötig, sich ein spezielles Hotel zu buchen. Dies ist zum Zeitpunkt, als wir diesen Blog verfassen, beispielsweise in Norwegen und Thailand der Fall. Reist man mit einem Freund, dann kann man sich ein Zimmer teilen. Wie gross oder klein der Bewegungsradius während der Quarantäne ist, entscheidet der Staat, respektive das Hotel.

Es gibt Länder, welche ohne Quarantäne bereist werden können. Bei uns war dies in Bezug auf Ecuador der Fall. Ebenso hätten wir im Februar 2021 beispielsweise auch in Costa Rica und Tansania einreisen können, ohne in Quarantäne zu müssen. Es gibt auch Länder, die eine Einreise komplett untersagen, egal ob mit negativem Test oder nicht. Ausnahmen bilden meist berufliche Reisen, wobei auch dies keine Garantie darstellt. Wir haben es zuletzt auch erlebt, dass trotz beruflichen Gründen eine Einreise untersagt wurde.

Ich und meine Maske

In Corona-Zeiten haben wir irgendwie ständig den Song «Ich und meine Maske» von Sido im Kopf. Kaum verwunderlich, ist die Maske doch zum ständigen Begleiter im Alltag avanciert. Dies ist auf Reisen nicht anders. In den Flughafenterminals muss eine Maske getragen werden. Auch auf dem Flug. Dies kann auf der Langstrecke auf den ersten Blick als sehr unangenehm erscheinen. Und wir müssen an dieser Stelle ehrlich zugeben, dass wir dies nicht wirklich beurteilen können. Wir hatten das Glück, in der Business fliegen zu können, was bedeutet, dass wir einen Grossteil des Fluges verschlafen haben. Auf der Kurzstrecke aber, war das nicht weiter ein Problem. Irgendwie sind wir die Maske wohl schon gewohnt, auch wenn wir das Wort Gewohnheit im Zusammenhang mit Maske immer vermeiden wollten. Aber man zieht das Ding über Nase und Mund und gut ist. Teilweise wird übrigens versucht an Flughäfen noch bestimmte Maskentypen zu verkaufen und so das grosse Geld zu machen. Hier gelten die Regeln der Airline. Schreibt diese keine speziellen Masken vor, dann brauchst du auch keine, selbst wenn der nette Herr im Flughafengebäude etwas anderes behauptet.

Die Situation im Reiseland

Wir haben die Situation vor Ort in Ecuador als sehr relaxt wahrgenommen. Im Gegensatz zur Schweiz war alles geöffnet. Shops, Restaurants und sogar der gemeinsame Sport war möglich. Alles mit dem notwendigen Abstand versteht sich. Darauf wird akribisch geachtet. Zudem finden sich überall Desinfektionsmittel. Die Leute tragen teilweise sogar Sprühflaschen mit sich, welche bei uns zur Befeuchtung von Pflanzen zum Einsatz kommen. Wer in einen Shop eintreten möchte, dem wird zuerst Fieber gemessen und die Hände müssen desinfiziert werden. Ebenso wird das Bargeld stets mit Desinfektionsmittel besprüht oder zuerst in eine Schale mit Desinfektionsmittel gelegt.

In Ecuador herrschte eine sehr strenge Maskenpflicht. Selbst im Freien musste eine Maske getragen werden. Ist man jedoch alleine unterwegs an einem Ort, der nicht sehr bevölkert ist, dann wurde die Maske oft unters Kinn gezogen und erst dann wieder über Mund und Nase gelegt, wenn man jemandem begegnet ist. Generell ist der Umgang miteinander sehr freundlich und zuvorkommend. Wenn man die Maske einmal vergisst, dann wird man weniger darauf hingewiesen als hierzulande. Und vor allem viel freundlicher. 

Die Vorteile von Fernreisen während der Corona-Zeit

Das Reisen während Corona hat zudem auch einige Vorteile. Die sonstigen Hotspots sind fast menschenleer. Am Flughafen hat es weniger Menschen unterwegs wodurch man nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Zeit hat. Es läuft alles sehr relaxed ab und wer gerne Business-Class fliegt, der hat die Chance so günstige Upgrades zu bekommen, wie es sonst nur sehr selten der Fall war. Für die Strecke Madrid – Quito bedeutet dies beispielsweise ein Aufpreis von rund 140 Euro pro Strecke. Generell kann es sein, dass man unschlagbar günstige Angebote vor Ort erhält. Die Yacht Angelito auf Galapagos beispielsweise hatte zwischenzeitlich ein Zwei-für-Eins-Angebot. Zudem waren die Flüge nach Galapagos historisch günstig. Bedeutet, wer davon träumt nach Galapagos zu reisen kann dies nie günstiger machen als in dieser Zeit.

Die Leute vor Ort freuen sich, dass mal wieder Touristen da sind und man kommt mit unheimlich vielen Menschen ins Gespräch. Man spricht zwar sowieso immer mit vielen Leuten auf Reisen, doch in diesen Zeiten sind es einfach noch mehr. Corona ist ein globales Thema und die Menschen interessiert es, wie die Situation in anderen Teilen der Welt so aussieht.

Reisen und speziell Fernreisen in Zeiten von Corona sind je nach Zielland sehr gut möglich und mit einem nur geringen Mehraufwand verglichen zu sonst. Die Prozesse sind unkompliziert, die Menschen sehr nett und dadurch hat man als Reisender eine sehr positive Reiseerfahrung.

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