Camí de Cavalls – 360 Grad Outdoor-Vergnügen um Menorca

Petra Lieberherr

Petra Lieberherr

Petra lebt seit mehreren Jahren in ihrem selbstausgebauten Campervan und reist damit alleine durch Europa.

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Wer auf dem Wanderweg Camí de Cavalls wandert oder biket, wird mit Menorcas einzigartiger Natur sowie der landschaftlichen und geologischen Vielfalt der Insel belohnt. Vorbei an paradiesischen Sandstränden und türkisfarbenem Wasser, rötlichen Felsen, grünen Hügeln und landwirtschaftlichen Weideflächen eingefasst von handgefertigten Trockensteinmauern. Hier begiebt man sich auf ein mehrtägiges Outdoor Abenteuer auf uralten Pfaden.

Auf dem Pferdeweg

Viele Legenden ranken sich um den Jahrhunderte alten Camí de Cavalls (Pferdeweg) dennoch weiss man bis heute nicht genau über seinen Ursprung Bescheid. Klar ist, dass der historische Reitweg aus militärischen Gründen angelegt wurde und seinen Namen aus der Zeit von König Jaume II hat, der die Strasse zur Verteidigung der Küste nutzte. Die Soldaten ritten auf gerüsteten Pferden und beobachteten die Küste, um die Insel vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. Nach mehreren Besatzungen und Jahrhunderten geriet der Weg langsam aber sicher in Vergessenheit, bis die balearischen Behörden den Weg wieder öffentlich zugänglich machten. Seit den 1990er Jahren zählt der Pfad als Kulturgut und ist Teil des historischen Erbes der Insel.

Menorca kann man auf verschiedene Arten umrunden, ob zu Fuss oder auf dem Mountainbike auf dem Camí de Cavalls oder mit dem Kayak auf hoher See. Egal was einem mehr Spass bringt. Wir haben alle für euch Outdoor Aktivitäten ausgetestet.

Menorcas schönster Wanderweg

Der 185 Kilometer langer Fernwanderweg Camí de Cavalls, auch bekannt als GR 223, führt einmal rund um Menorca. Die Wege und Pfade schlängeln sich der Küste entlang, führen aber immer wieder ins Landesinnere zu Feuchtgebieten, Wäldern, landwirtschaftlichen Flächen und durch tiefe Schluchten. Der natürliche und kulturelle Reichtum der Insel offenbart sich mit jedem Schritt.

Ausgangspunkt der 6 bis 13 Tage langen Weitwanderung liegt im Osten der Insel, in Maó. Von hier kann man nach Süden oder in den Norden starten. Man kann den Weitwanderweg ganz auf eigen Faust unternehmen, oder man holt sich Support von einem der lokalen Touranbieter für seine selbst-geführte Tour, inklusive Unterkünften und Gepäcktransport.

Die Route

  • 185 Kilometer
  • 2000 Höhenmeter
  • 6-13 Etappen

Instandhaltung eines historischen Weges

Wer den Camí de Cavalls geht, sollte das verantwortungsvoll tun und sich seiner Fagilität bewusst sein. Mit der Zeit ist der Jahrhunderte alte Weg manchen Ortes zerfallen und von Erosion gezeichnet worden. Durch Mitwirkung von Bürgern und der Inselverwaltung wurde der Weg wieder zugänglich gemacht und nach sorgfältiger Prüfung, die erosiven Stellen identifiziert und schliesslich wieder in Stand gestellt.

Zuletzt wurden vier Abschnitte der Camí de Cavalls, die von Erosion in Mitleidenschaft gezogen wurden, gepflegt. Es wurden Steinstufen errichtet, Wasserrinnen aus Stein gebaut um das Wasser umzuleiten, Absprerrleinen angebracht und Wege aus Steinen aus der Umgebung gepflastert. Diese Unterhaltsarbeiten, finanziert durch die ITS, machen es möglich, dass der Wanderweg noch lange sicher begehbar ist.

Mountainbiken auf dem Camí de Cavalls

Auch auf dem Fahrrad lässt sich der Camí de Cavalls befahren und erkunden. Auf dem gut ausgeschilderten Weg ist ein Mountainbike jedoch ein Muss. Die steinigen Pfade verlangen durchaus etwas Übung und Geschick ab. Einige Passagen im zerklüfteten Gelände der Küste sind ganz schön technisch und konditionell anspruchsvoll. Man kann jedoch den Camí de Cavalls beliebig aufteilen, so dass man längere oder eben kürzere Tagesetappen hat. Die vielseitige Landschaft, traumhaften Strände und die kulturellen Zwischenstopps machen den Radweg zu einem der schönsten in Europa und einem unvergesslichen Erlebnis.

In 3 bis 6 Etappen schafft man in der Regel die Inselumrundung mit dem Bike, je nach eigenem Niveau. Da es zudem bei dem Terrain nicht zu empfehlen ist, grosse Taschen am Fahrrad anzubingen, empfiehlt es sich, einen Gepäcktransport über den Touranbieter Camí de Cavalls 360º zu buchen.

MTB Touren

Die Inselumrundung kann man auch mit dem Mountainbike machen. Hier gibt’s mehr Infos.

Mit dem Fahrrad auf Insel-Entdeckung

Entlang der Küste und durch Wälder und Schluchten, bietet Menorca spektakuläre Fahrradrouten auf denen man die Landschaft in Ruhe geniessen kann. Es gibt ein gutes Fahrradnetz, auf dem man die schönsten Orte und landschaftlichen Highlights erradeln kann. Und weil Menorca relativ flach ist, kann man auch sehr entspannte Radausflüge machen, auch geeignet für Familien.

Menorca hat ein gut ausgebautes Netz an Fahrradwegen, die zu 21 Routen zusammengefasst sind. Wir wollen diese selbst erleben und mieten uns dafür Fahrräder im Zentrum von Maó bei Cami de Cavalls 360, direkt von hier starten wir auch unsere Radtour. Die Mountainbikes sind ready, die Route auf unser Handy geladen und nun geht’s ab in den Sattel. Raus aus der Stadt, in ruralere Gegenden, entlang schönen Trockensteinmauern und zu historischen Sehenswürdigkeiten aus der talaiotischen Zeit. Wir folgen Nebenstrassen und kleinen, teilweise holprigen Wegen und sagen Eseln und Pferden “Hallo”. Wir beenden unsere Tour wieder in Mao und geniessen die Stadt im nachmittäglichen Sonnenlicht.

Kayak-Tour zu den schönsten Höhlen

An einem strahlend blauen Morgen zieht es uns aufs Wasser. Petra und Steffi machen sich auf den Weg nach Cala Es Canutells, einer kleine Bucht unweit von Maó. Die Wind- und Wetterverhältnisse sind ausgezeichnet, um auf der Cales Coves Tour die zahlreichen Höhlen und wunderschönen Buchten auf der Südseite der Insel zu erkunden. Es ist der Küstenabschnitt mit der höchsten Dichte an Höhlen auf der ganz Menorca. Zu diesen spektakulären Höhlen hat man nur mit dem Kayak Zugang. Einerseits zum Schutz der Natur, andererseits weil die Höhlen teilweise so eng sind, dass man gerade mal so mit dem Kayak durchpasst.

Wir treffen in Cala Es Canutell auf unseren Guide Didac von Karetta Expeditions, der uns aufs offene Meer begleiten wird. Nach einem kurzen Probesitzen, dem Einkleiden und einer ausführlichen Instruktion geht es dann auch schon los. Wir paddeln aus der Bucht hinaus, was noch sehr gut gelingt, da das Wasser am Morgen ruhig ist.

Entlang der weissen Kalkfelsen, die teilweise fast 60 Meter hoch sind, geht es für uns langsam aber stetig voran und bald schon erreichen wir die erste Höhle. Mit unseren Kayaks sind wir sehr wendig und können tief in die Höhle hinein paddeln – ein unglaubliches Erlebnis. Wir sind beide begeistert davon, was die Natur hier geschaffen hat. Felsformationen in unterschiedlichen Farben und Texturen und unter uns das kristallklare Wasser, das von Türkis bis Dunkelblau reicht.

Ungefähr drei Kilometer sind es bis zur Bucht Cales Coves, wo wir unsere Mittagspause einlegen. Die Bucht ist eine der schönsten und interessantesten. Es ist ihre Geschichte, die fasziniert. Hier verbirgt sich die grösse prähisotorische Nerkopole der Insel. In den hohen Klippen befinden sich Überreste vergangener Zivilisationen. Hunderte von natürlichen und künstlichen Bestattungshöhlen gibt es hier zu entdecken. Wir wandern von einem kleinen Strand hoch, um einige dieser Grabhöhlen von innen zu bestaunen.

Nun ist es aber an der Zeit für eine Pause. Wir setzen uns an den mit Posidionia überdeckten kleinen Strand in der Cales Coves und geniessen ein tolles hausgemachtes Picknick, das Didac eingepackt hat. Der Oktobertag ist so warm, dass wir sogar ins Wasser hüpfen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Die Wellen sind nun deutlich grösser geworden und machen das Paddeln zu einer kleinen Herausforderung aber der Fun Faktor bleibt hoch. Nach ungefähr vier Stunden, beenden wir unsere Tour an unserem Ausgangspunkt und sind super glücklich über diese tolle Erfahrung.

Kayak Experience

Karetta Expeditions bietet unterschiedliche Kayaktouren an: von merhstündigen Ausflügen zu mehrtägigen Kayak Expeditionen.

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