Der Ruf der Freiheit

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13. Juli 2017

Der Ruf der Freiheit

Stefan sitzt in der Nähe des Neist Points - Foto by Florian Roost (Instagram: @floroost)

In diesem Blog widme ich mich einem grossen Thema, welches eng mit dem Reisen verbunden ist, der Freiheit, respektive der Suche nach dieser. Dieser mannigfaltige Begriff bedeutet für jeden etwas Anderes. Deshalb schildert dieser Blog meine Sichtweise auf das Thema ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit und ohne anmassend sein zu wollen.

Gefangen in der westlichen Gesellschaft

Je länger je mehr beschleicht mich das Gefühl, dass viele Angehörige der westlichen Gesellschaft auf der einen Seite zwar durchaus wohlhabend sind, auf der anderen dafür alles andere als frei. Sie jagen Statussymbolen nach, welche ihnen nicht gefallen und kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, mit dem Geld, welches sie eigentlich gar nicht haben. Dies, um vermeindlich gesellschaftlichen Normen gerecht zu werden. Daraus resultiert ein Zwang immer wieder neues Geld verdienen zu müssen. Sie werden zu Sklaven eines kapitalistischen Systems, dessen schlimmste Droge der Konsum ist. Das Schlimmste aber ist, dass diese vielen Dinge uns nicht glücklich machen. Auch das Geld macht uns nicht glücklich, nur sorgloser. Ganz nach dem Motto: Jobs fill your pocket, adventures fill your soul, suchen viele Menschen die Freiheit jenseits der eigenen Landesgrenzen.

Raus um jeden Preis

Urlaub oder wie in der Schweiz genannt, Ferien, ist ein für viele Menschen magisch klingender Begriff. Mindestens einmal im Jahr geht es raus aus dem eigenen Land und rein in ein Abenteuer. Oder zumindest rein in einen Hotelkomplex, welchen man sich mit hunderten anderer Touristen teilt. Gleiches gilt für den Hotelpool, das Essens-Buffet und natürlich auch den Strand. Zwar ist man in diesem Moment frei von den Zwängen der Arbeitszeit und Aufgabenerledigung, aber man muss sich wieder anpassen, der Gesellschaft zu liebe. Da kommt nicht wirklich ein Freiheitsgefühl auf.

Freiheit zum Ersten – der passende Job

Dieser Blog thematisiert die Freiheit und bis dato war nur die Rede von Verhaltensmustern und Situationen, welche die Freiheit beschneiden. Stellt sich also die Frage, wo und wie die Freiheit denn zu finden ist. Die Antwort ist so wenig überraschend wie spektakulär: Dies muss jeder für sich selbst bestimmen. Ein guter Startpunkt, um sich frei zu fühlen, ist sich einen Job zu suchen, der einem nicht nur Spass bereitet, sondern einem auch erfüllt. Ich spreche hier aus Erfahrung, denn genau so einen Job habe ich nach langer Suche gefunden. Jeden Tag lebe ich meine Passion und kann meine Arbeitstage zu einem Grossteil selber strukturieren. Es gibt keine mich einengende Strukturen. Dadurch kann ich mich frei bewegen. Und trotzdem muss ich manchmal raus, um die ganz grosse Freiheit zu finden. Auch ich suche diese dann jenseits der eigenen Landesgrenz.

Freiheit zum Zweiten – Reisen

Im Gegensatz zum Pauschaltouristen der sich meist einige Wochen Erholung von seinem Leben sucht und in einem Hotelkomplex absteigt, gehe ich reisen. Nicht um mich von meinem Leben zu erholen oder noch schlimmer, aus diesem zu flüchten. Mein Beweggrund ist ein anderer. Ich möchte tief eintauchen in das Leben. Ich will neue Orte und Kulturen kennen lernen, Vorurteile abbauen, neue Erfahrungen machen. Kurz: ich will leben. Am Morgen aufzubrechen und nicht zu wissen, wo ich am Abend schlafen werde bedeutet für mich Freiheit. Ebenso die Wahl zu haben, nach links zu laufen anstatt nach rechts. Zu stranden, weil kein Bus mehr fährt. In der Pampas festzustecken und Essen zu probieren, welches ich mir bis dato in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte. Das bedeutet Freiheit für mich. Dann fühle ich mich selbstbestimmt – und das ist der Inbegriff von Freiheit für mich.

Freiheit zum Dritten – Gegen die Normen

Als dritter ganz grosser Punkt in Bezug auf die Freiheit sehe ich die gesellschaftlichen Normen. Jeder von uns hat gewisse Normvorstellungen im Kopf. Diese prägen uns und steuern oftmals auch unser Verhalten, selbst wenn dies unterbewusst geschieht. Deshalb gilt es, sich von diesen zu lösen. Die Normen der anderen müssen für uns nicht stimmen. Das Reisen hilft uns besonders dies zu erkennen. Wenn wir uns als Fremde fühlen, erkennen wir andere Normen und sehen dann unser gesellschaftliches System als eines unter vielen. Insofern stimmt es, dass das Reisen den Horizont erweitert. Der Weitgereiste kann dann zurück im Heimatland seine eigenen Normen definieren und aufhören, wie ein Schaf zu funktionieren, welches einfach nur der Herde nachläuft.

So sehe ich die Freiheit. Dies sind die Gründe, warum ich auf Reisen gehe. Jedes Mal, wenn ich zurück komme von einer Reise bin ich ein anderer Mensch. Nicht besser als vorher, nicht schlechter, aber anders. Ich fühle mich frei, in der Schweiz und auf der Welt. Und deshalb kehre ich auch immer wieder gerne nach Hause zurück.

 

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