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Gefühlslage auf Weltreise – Zwischen Dauerhoch und Heimweh

Steffi blickt über das Valle de la Luna bei Sonnenschein.

Reisen zu können ist ein absolutes Privileg, insbesondere dann, wenn man für längere Zeit unterwegs sein darf. Unsere Eltern hatten noch nicht die Möglichkeit in einer Art und Weise auf dem Globus unterwegs zu sein, wie wir es heute haben. Dies zeigt auch die Fülle an Social Media Posts und der Werbung, welche sich um das Reisen drehen. Auf allen medialen Kanälen wird heute vermittelt, wie schön das Reisen ist und dass dieses absolut glücklich macht. Stimmt natürlich, jedoch gibt es nicht nur Höhenflüge. Auch das Heimweh kann ein kurzzeitiger Begleiter sein.

Reisen, fremde Kulturen kennenlernen und sich mit diesen auseinandersetzen. Fremde Sprachen lernen, fremdes Essen kosten, all das macht einen Menschen weltoffener und ist ein riesiges Abenteuer, manchmal sogar eine Lebensschule. Dies sind die schönen Dinge am Reisen. Es gibt aber auch noch die andere Seite. Die Seite, die zur Wahrung des Scheins oftmals verschwiegen wird.

Reisen bedeutet Eindrücke zu sammeln und zu verarbeiten

Beim Reisen nimmst du jeden Tag neue Gerüche wahr, du saugst Eindrücke in dir auf, du siehst Landschaften, die du noch nie zuvor gesehen hast und lernst viele neue Leute kennen. All diese Dinge müssen irgendwann verarbeitet werden. Mir macht das Verarbeiten auf langen Reisen immer mal wieder zu schaffen.

Es ist nicht wie zu Hause, wo du auf das Gewohnte triffst. Dort, wo du jeden Tag denselben Weg zur Arbeit nimmst und in deinen bevorzugten und bekannten Lebensmittelläden einkaufst. Zuhause hast du dein bevorzugtes Restaurant und legst dich am Abend in dein Bett. Die ganze Umgebung bist du dir gewohnt. Auf Reisen aber, musst du dich immer wieder dem Unbekannten stellen. Du befindest dich in permanenter Auseinandersetzung mit deiner Umwelt und dir selbst. Dies kann überfordern.

Ein Junge bewundert gemeinsam mit Stefan die Kamera.

Reisen bedeutet Entscheidung zu treffen

Eine Weltreise ist weit mehr als einfach nur chillen und zu schauen, was der Tag so bringt. Reisen bedeutet permanent Entscheidungen zu fällen. Wo reisen wir überhaupt hin? Wo übernachten wir? Was sollen wir vor Ort anschauen und unternehmen? Wo und was essen wir? Das alles klingt nach totalen Luxusproblemen. Aber überlege dir einmal, wie sehr du die Sonntage zu Hause oder im nahegelegenen Park geniesst. Wie gerne du dich am Abend einfach mal auf das Sofa legst und irgendeinen netten Film schaust. Oder du triffst dich mit einer Freundin auf einen Kaffee.

Du denkst dir jetzt bestimmt, dass man das auf Reisen auch kann. Ja natürlich, aber es gibt immer mal wieder gewisse Hürden. Entweder funktioniert das Internet nicht. Oder deine Unterkunft hat vielleicht gar kein Sofa. Allenfalls befindest du dich gerade in einer total anderen Zeitzone und kannst nicht eben mal kurz mit den Lieben zu Hause telefonieren. Es gibt so viele kleine Dinge, die man vor einer solchen Reise gar nicht bedenkt und die stetigen Entscheidungen können überfordernd wirken.

Das Gefühl jeden Tag etwas erleben zu müssen

Früher, wenn ich in einem fremden Land unterwegs war, hatte ich immer das Gefühl, möglichst viel sehen und aufsaugen zu müssen. Man setzt sich damit oft selber unter Druck. Wie geht es dir? Hast du das Gefühl manchmal auch? Hast du manchmal auch das Gefühl, du verpasst da etwas? Je mehr ich reise, desto relaxter sehe ich die Angelegenheit. Heute setze ich mich nicht mehr selber unter Druck. Ich weiss, dass ich unmöglich alles sehen kann. Am Ende sehe ich das, was ich eben sehe. Dieser Wandel benötigte Zeit und als dieser noch nicht so weit fortgeschritten war, kam in mir oft ein komisches Gefühl hoch.

Das Ergebnis lautet Heimweh

Wenn einige dieser oben genannten Dinge zusammenkommen, dann endet das bei mir oftmals mit dem Gefühl von Heimweh. Ich vermisse in diesen Situationen oft meine Familie und Freunde. So komisch es sich jetzt anhört, auch die Gewohnheit fehlt mir in solchen Momenten. Allenfalls ist dies schwierig zu verstehen. Zuhause sehne ich mich oft nach dem Abenteuer. Dies zeigt mir, dass wir alle eine gewisse Balance brauchen. Mir zumindest geht es so.

Es ist auf jeden Fall wahnsinnig schön, auf der Welt unterwegs zu sein. Manchmal benötige ich aber auch davon eine Pause. Reisen ist also kein Mittel, um 24 Stunden am Tag glücklich zu sein, so wie es uns die Medien gerne suggerieren. Reisen ist mehr. Viel mehr. Es ist weitaus tiefgründiger. Da ist es okay, auch einmal Heimweh zu haben. Denn auch die Reise zurück nach Hause ist eine Reise. Manchmal eine der Schönsten, die es gibt.

Steffi sitzend auf der Bank bei Angofagasta.

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