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Objektiv-Kauf – Tipps worauf es bei der Auswahl zu achten gilt

Stefan nähert sich Vicunas, um diese zu fotografieren.

Das richtige Objektiv zu kaufen ist gar nicht so einfach. Manchmal sieht man bei den vielen Brennweiten vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Dieser Blog hilft, den Durchblick zu behalten und gibt viele Tipps für deinen nächsten Objektiv-Kauf.

Im letzten Blog zum Thema Objektive habe ich es bereits erwähnt, trotzdem möchte ich es an dieser Stelle nochmals ins Gedächtnis rufen: Das beste Objektiv ist jenes, welches du dir leisten kannst. Es ergibt keinen Sinn, Ausgaben zu tätigen, welche nicht im Budget liegen. Denn dann bereitet das teure Glas keinen Spass. Und genau darum geht es in der Fotografie: Spass und Freude. Eine Ausnahme bildet natürlich immer, wenn du mit der Fotografie auch Geld verdienen kannst. Dann holst du die Ausgaben für ein teures Objektiv ja wieder rein.

Stefan fotografiert mit dem Teleobjektiv.

Der Sensortyp deiner Kamera – Entscheidungsgrundlage 1

Stelle dir immer zuerst die Frage, was für einen Sensor du eigentlich in der Kamera verbaut hast. Wenn ein APS-C Sensor drinsteckt, so kannst du APS-C Objektive sowie Vollformat-Objektive gleichermassen verwenden. Bei Vollformat-Sensoren solltest du auch auf Vollformat-Objektive setzen. Ansonsten entstehen schwarze Ränder im Bild, da der Sensor nicht voll ausgenutzt wird. Wenn du deine Kamera auf einen APS-C Modus wechseln kannst, verlierst zu zwar an Pixel, kannst aber auch APS-C Objektive nutzen. Meine Sony Alpha 7RII verfügt über diese Möglichkeit, welche ich ab und an bei der Tierfotografie einsetze. Jedoch fotografiere ich auch dann mit einem Objektiv für Vollformatkameras, bevorzugt mit dem Sony G Master 24-70 f2.8 oder dem Sony G 70-200 f4.

Das Bajonett – Entscheidungsgrundlage 2

Darauf musst du ganz besonders achten, da du bei Wahl eines falschen Bajonetts das Objektiv nicht an der Kamera anbringen kannst. Meist haben die verschiedenen Kamerahersteller mehr als nur ein Bajonett im Einsatz. Deshalb musst du deines kennen. Sony beispielsweise, bietet ein A- und ein E-Bajonett an. Logischerweise kann ein Objektiv mit einem A-Anschluss nicht an einer Kamera mit einem E-Bajonett angebracht werden. Dafür wäre dann ein Adapter nötig. Es empfiehlt sich in der Regel aber, wenn immer möglichst, eine native Linse zu verwenden. Also eine, die den passenden Anschluss für das jeweilige Bajonett bietet. So könnt ihr Lichtverlust ausschliessen und habt den akkuratesten Autofokus. Ich hatte auch schon mit einem Sony A-Objektiv an meiner Sony Alpha 7RII gearbeitet. Dies funktionierte gut. Ist aber kein Vergleich zu einem nativen E-Objektiv.

Der Anwendungsbereich – Entscheidungsgrundlage 3

Mach dir zudem jeweils Gedanken, wozu du das jeweilige Objektiv einsetzen willst. Sag jetzt an dieser Stelle nicht: für alles. Dies ist ein schlechter Ansatz, denn das Objektiv, das alles kann, gibt es nicht. Ist dein primärer Anwendungszweck beispielsweise das Schiessen von Portraits, so greife zu einer Festbrennweite mit guter Lichtstärke. Du erhältst das schönere Bokeh (verschwommener Hintergrund). 55mm 1.8 bietet sich zum Beispiel bei APS-C Kameras an. 85mm oder auch 105mm sind ideale Brennweiten bei Vollformat-Kameras.

Eine Padaung Frau in traditioneller Kleidung.

Wenn du auf eine Reise gehst und nur ein Objektiv mitnimmst, greife zu einem Zoomobjektiv. So kannst du einen möglichst grossen Brennweitenbereich wie beispielsweise 28 – 135 abdecken. Das Problem hierbei ist aber dass diese Objektive meist nicht so lichtstark sind. Müsste ich mich auf ein absolutes Mini-Setup für die Reise beschränken, würde ich das Sony G Master 16-35 f2.8 und das Sony G Master 24-70 f2.8 mitnehmen. Ich trage lieber mehr mit mir herum anstatt auf Qualität zu verzichten. Denke daran, dass bei der Landschaftsfotografie die Lichtstärke nicht derart entscheidend ist wie bei Portraits.

Möchtest du mehr in der Tierfotografie tätig sein, empfiehlt sich ein Teleobjektiv, welches eine Brennweite bis 200mm oder gar 400mm abdeckt. Gehst du auf Safari, solltest du bis 600mm abdecken können. Hier hat Sigma zwei super Objektive im Line-up, das 150-600 Contemporary und das 150-600 Sport.

Soll es eine Linse sein, welche einfach den meisten Anwendungszwecken genügt, bewegst du dich im Bereich 24 – 70mm.
Landschaftsfotografen wählen ein Objektiv im Weitwinkelbereich von 16 – 35mm sowie ein Teleobjektiv im Brennweitenbereich von 70-200mm.

Die Lichtstärke – Entscheidungsgrundlage 4

Ohne Licht, kein Bild. Es ist ratsam, dass du dir im Vorfeld überlegst, ob du auch in Situationen fotografieren willst, in denen nur wenig Licht zur Verfügung steht. Dann nämlich schickt es sich an, ein möglichst lichtstarkes Objektiv im Bereich Blende 1.4 bis 2.8 zu wählen.

Der Bildstabilisator – Entscheidungsgrundlage 5

Ein wichtiger Faktor, gerade wenn es um den Preis geht, ist der Bildstabilisator. Wenn du mit langen Verschlusszeiten arbeitest, brauchst du ohnehin ein Stativ. Mit einem Bildstabilisator kannst du aber noch Aufnahmen aus der Hand machen, welche sonst bei gleicher Belichtungszeit nicht möglich wären. Ob dies für dich wichtig ist, musst du entscheiden. Wenn du sowieso immer ein Stativ dabeihast, benötigst du auch keinen Bildstabilisator. Ich persönlich setze immer auf den Bildstabilisator, habe aber den Vorteil, dass die Alpha 7RII diesen direkt im Body integriert hat. In diesem Fall werden nämlich alle Objektive stabilisiert.

Der Autofokus – Entscheidungsgrundlage 6

Ähnlich wie beim Bildstabilisator verhält es sich auch mit dem Autofokus. Selber verwende ich Ihn wenig. Dies liegt daran, dass ich bei meiner Kamera Peaking habe und so genau weiss, wo die Schärfe liegt. Gerade aber zu Beginn, wenn du noch unsicher beim Fokussieren bist, bietet der Autofokus eine schöne Möglichkeit um die Bilder scharf zu kriegen. Und auch bei sich schnell bewegenden Objekten ist der Autofokus Gold wert.

Original oder Dritthersteller – Entscheidungsgrundlage 7

Zum Abschluss musst du dich fragen, ob du Wert darauflegst, dass das Objektiv aus dem gleichen Hause wie deine Kamera (Sony, Nikon, Canon) kommen soll, oder ob du einen Dritthersteller wie beispielsweise Sigma oder Tamron bevorzugst. Meist sind diese günstiger und bieten eine sehr gute Qualität. Aber es gibt nicht immer den passenden Anschluss. Besonders bei Sonys E-Bajonett findet man wenig passende Objektive von Drittherstellern. Sigma adaptiert seine für Canon konzipierten Objektive mittels dem MC-11 Adapter für das Sony E-Bajonett.

Fazit

Wenn die oben genannten Punkte berücksichtigt werden, sollten beim Objektiv-Kauf keine bösen Überraschungen warten. Es ist wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zum späteren Einsatz des Objektivs zu machen. Das perfekte Objektiv, welches alles kann, gibt es sowieso nicht. Es verhält sich da wie bei der Kamera auch. Es gibt lediglich das Objektiv, welches am besten für gewisse Situationen passt und diesbezüglich so gut wie perfekt ist. Ich persönlich habe zu Beginn lange Zeit nur mit dem Kitobjektiv meiner Nikon D5100 gearbeitet. Später habe ich ein Teleobjektiv als Geburtstagsgeschenk erhalten. Heute setze ich oft so genannte Prime-Linsen ein. Also Festbrennweiten mit hoher Lichtempfindlichkeit. Besonders gerne mag ich die Zeiss Batis Linie und das Sony Zeiss 55mm 1.8. Zudem habe ich oft auch Zoomobjektive dabei. Ich bin begeistert von den Sony G Master Objektiven, speziell vom 16-35 und 24-70, beide mit Blende 2.8. Dann kommen natürlich noch ein Tele-Objektiv und ein Makro-Objektiv dazu. Das Makro habe ich mit dem Sony 90mm 2.8 möglichst lichtstark gewählt, da man gerade im Makro-Bereich ohnehin nie genug Licht haben kann.

Ein Objektiv ist meist eine Investition. Deshalb sollte der Objektiv-Kauf gut überlegt sein. Ich kann dir empfehlen, zu dem Fotogeschäft deines Vertrauens zu gehen und dort dein Wunsch-Objektiv kurz auszuprobieren. Oder leihe es dir über das Wochenende aus und mach fleissig Aufnahmen damit. So weisst du, ob es für dich passt. Der Mietpreis wird bei einem Kauf später oftmals angerechnet. Generell gilt hier, wenn du das Objektiv im Geschäft testen konntest, kaufe es auch dort. Schliesslich hast du die Beratung und den Service des Ausprobierens in Anspruch genommen. Setze dich einfach mit dem Thema Objektive auseinander und du wirst schon sehr bald wissen, wonach du zukünftig Ausschau halten wirst und warum Fotografen von lichtstarken Objektiven fasziniert sind.

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