Selva Bananito – Dschungelabenteuer in Costa Rica
Cahuita Nationalpark – Der Schönste von allen

Entlang der Karibikküste Costa Ricas

Ein Stück Paradies oder auch die Schweiz Mittelamerikas. Diese Begrifflichkeiten hört man oft, wenn von Costa Rica die Rede ist. Aber mal ehrlich, die Schweiz Mittelamerikas? Nun ja, ich wohne in der Schweiz und sage: Da fehlen die Berge. Natürlich mit einem Augenzwinkern. Aber wer braucht schon Berge, wenn man eine so wunderbare Karibikküste hat.

Als ich das erste Mal nach Costa Rica kam, habe ich die Karibikküste komplett ausgeklammert und bin stattdessen an die Pazifikküste und ins Landesinnere gereist. Daran ist nichts falsch, denn das sind auch wunderbare Regionen. Seit ich aber das erste Mal an der Karibikküste war, bin ich hin und weg.

Tropisches Lebensgefühl und gutes Wetter

Da ich so überhaupt nicht der Typ für Strandurlaub bin, kann ich normalerweise Regionen mit einem tropischen Flair wenig abgewinnen. Mir wird einfach viel zu schnell langweilig, wenn ich auf einem Tuch im Sand liegen soll. Auf dem letzten Costa Rica Trip war es aber so, dass ich während der kleinen Regenzeit unterwegs war. Eigentlich war für das ganze Land während der gesamten Zeit meines Aufenthalts Regen angesagt. Und in weiten Teilen des Landes war das auch tatsächlich so. Doch nicht an der Karibikküste. Weshalb ich mich entschlossen habe, in diese Richtung zu ziehen. Der Ausgangspunkt für die Karibikküste bildet Limon. Es ist zugegeben keine schöne Stadt. Aber die Küste hat irgendwie etwas an sich, das mich doch faszinierte. Wahrscheinlich waren es die letzten Zeugen des grossen Erdbebens. Teilweise kann man hier noch ganze Küstenbereiche sehen, die während des Erdbebens abgesackt sind.

Die Küste ist aber keineswegs verwüstet. Im Gegenteil. Es gibt hier das eine oder andere zu sehen. Besonders für Fotografen. Was sofort auffällt in Limon: Irgendetwas ist hier anders. Beim genauen Hinschauen realisiere ich es. Der oft genannte karibische Lebensstil. Die ersten Reggae Rhythmen ertönen und irgendwie scheinen die Leute hier lockerer drauf zu sein als anderswo. Nichtsdestotrotz ist Limon natürlich nicht der Grund, warum man an die Karibikküste fährt. Vielmehr ist es der westliche Teil mit dem wohl berühmtesten Ort in ganz Costa Rica: Tortuguero. Ein kleines Stück Paradies. Umgeben von Wasser und daher nur per Boot erreichbar. Hier, wo die Wasserläufe Costa Ricas und Nicaraguas zusammenlaufen, hat sich ein Naturparadies gebildet, welches bei Touristen ganz oben auf der Liste steht. In Tortuguero kann man als Besucher viel unternehmen. Wanderungen durch den Nationalpark beispielsweise. Oder man mietet ein Kayak oder Kanu und fährt damit in die Wasserläufe hinein. Ebenso gibt es Bootstouren, welche die Besucher auf den Wasserläufen ganz nahe an die Natur bringen. Dabei hat man die Chance, viele Tiere zu sehen. Darunter beispielsweise Brüllaffen, Schildkröten und Kaimane.

Für einen Besuch dieses wunderbaren Eilands sollte man mindestens drei Tage einrechnen. Wenn gerade Nesting Season oder Hatching Season ist, also dann, wenn die Schildkröten am Strand Eier legen oder die Schildkröten-Babies schlüpfen, lohnt es sich, etwas länger zu bleiben, um seine Chancen zu erhöhen, Zeuge von diesem Wunder der Natur zu werden. Wer viel Glück hat, kann auch Jaguare sehen. Besonders während der Zeit, wo die Schildkröten am Strand ihre Eier legen. Denn die Tiere stehen auf der Speisekarte der Jaguare. Und auch Pumas bewegen sich in der Region. Mehr zu Tortuguero gibt es in unserem Blog-Artikel.

Wer in Limon anstatt nach Westen in Richtung Osten fährt, der findet sich schon bald auf der Karibikstrasse wieder. Es handelt sich dabei um eine zweispurige Strasse, wovon eine Spur in die eine und die andere Spur in eben die andere Richtung führt. Überholen ist schwierig. Stau gibt es oft. Als ich da war sogar kilometerlang, da Costa Rica zu diesem Zeitpunkt mit heftigen Regenfällen zu kämpfen hatte und dadurch zusätzlicher Verkehr auf diese Strasse umgeleitet wurde.

Ebenso wird die Strasse für den Transport der Container benutzt, in welchen Bananen und andere Früchte gelagert und in alle Welt verschifft werden. Es ist ein eindrückliches Bild. Kilometer lang zieht sich dieser Handelshafen. Tausende Container von allen bekannten Marken wie Chiquita, Dole und Del Monte. Die United Fruit Company lässt grüssen. Wer sich Richtung Wasser orientiert, kann auch die grossen Containerschiffe sehen. Schlecht für die Umwelt: für die Wirtschaft des Landes. Als ich da war, wurde gerade an der Strasse gebaut. Sie wird breiter und so an die Bedürfnisse der aktuellen Zeit angepasst. Den Chinesen sei Dank übrigens, denn die sind es, die federführend sind bei diesem Projekt. Das mag man gut finden oder nicht.

Der Osten der Karibikküste – Das Juwel

Mein Ziel war aber von Anfang an der östliche Teil der Karibikküste. Die Region rund um Cahuita, Puerto Viejo und Manzanillo. Ich liebe die Natur. Vor allem, wenn man so richtig eintauchen und dabei wilde Tiere sehen kann. Dafür ist diese Region perfekt. Besonders die Nationalparks, allen voran der Cahuita Nationalpark. Natürlich kann man hier auch Baden und Relaxen. Ich habe es aber vorgezogen, durch den Park zu schlendern und Tiere zu fotografieren. Dabei ist mir sogar eine gelbe Viper vor die Linse gekommen. Die Einheimischen nennen die Vipern Bocaraca. Wunderschöne Tiere. Giftig, aber wunderschön.

Niedergelassen habe ich mich ein wenig ausserhalb von Puerto Viejo, dem eigentlichen Hauptort in diesem Teil des Landes. Puerto Viejo ist enorm beliebt bei Touristen, welche Parties suchen. Da gehöre ich nicht dazu, weshalb ich vor allem vor Sonnenaufgang hier war, um zu fotografieren.

Aber auch zum Essen kommt man an diesen Ort oder um Wäsche zu waschen und zu arbeiten. Denn hier gibt es einen Co-Working-Space mit schnellem Internet und hervorragendem Essen. Die Bedienung ist, naja, nicht ganz so schnell wie die Internetverbindung.  Aber in Anbetracht dessen, dass in Puerto Viejo ohnehin Entschleunigung angesagt ist, kann man da mal drüber hinwegsehen.

Wer von der Natur nicht genug kriegen kann, der fährt noch weiter in Richtung Manzanillo. Hier findet sich ein anderer Nationalpark, der ebenfalls zum Schlendern einlädt und besonders zu Sonnenuntergang wunderbare Lichtstimmungen bereithält.

Besonders gut hat mir der Aussichtspunkt und vor allem das nahegelegene Schiffswrack gefallen.

In Anbetracht dessen, dass ich nie wirklich an die Karibikküste wollte, ist es erstaunlich, dass ich schlussendlich viel länger geblieben bin als geplant. Besonders von der Region rund um Puerto Viejo konnte ich mich kaum losreissen. Dieses Lebensgefühl hier. Das Wetter. Das gute Essen und die freundlichen Menschen, die ganz besonderen Vibes, einfach fantastisch. Eines steht für mich fest: Wenn ich das nächste Mal nach Costa Rica kommen, werde ich bestimmt wieder an die Karibikküste reisen.

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