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Die legendäre Great Ocean Road im Süden von Australien

Sträucher auf den Klippen bei Sonnenuntergang mit einigen der 12 Apostel im Hintergrund.

Die Great Ocean Road, für uns das zweite grosse Highlight in Australien, nach Kangaroo Island. Besonders für Fotografen ist dieser Abschnitt von Südaustralien eine richtige Spielwiese. Gleichzeitig ist die Great Ocean Road wohl auch der grösste Touristen-Magnet von Down Under. Mit ein wenig Kalkulation, hat man aber viele berühmte Orte fast für sich alleine.

Die Great Ocean Road startet in Allansford und führt fast immer der Küste nach bis Torquay. Natürlich funktioniert das Ganze auch in umgekehrter Richtung. Die meisten fahren sie sogar von Tourqay nach Allanfsord, damit sie näher am Ozean sind. Rein theoretisch kann man diese Strecke in einem Tag fahren. Wir haben uns dafür sechs Tage Zeit gelassen. Dies hat wiederum mit der Fotografie zu tun. Wir jagen nach dem optimalen Licht für unsere Fotos, sprich wir bleiben auch gerne eine Nacht länger, wenn der kommende Tag bessere Lichtverhältnisse verspricht. Mit diesem Hintergrundwissen ist es eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass wir sehr langsam reisen und uns stark auf die jeweiligen Orte einlassen. Mit dieser Taktik profitiert man besonders bei der Great Ocean Road. Viele Touristen rasen einfach durch und verpassen so sogar einzelne Highlights.

Die Lookouts rund um Port-Campbell

Die erste Sehenswürdigkeit auf der Route von Allansford nach Torquay nennt sich Bay of Islands. Dieser Ort bietet einen wirklich spektakulären Blick auf die Klippen und das Meer. Die Szenerie wirkt meines Erachtens besonders gut bei Sonnenuntergang oder an bewölkten Tagen. Bay of Islands kann locker mit den Twelve Apostles mithalten, wird jedoch von weit weniger Touristen besucht. Besonders zum Sonnenuntergang ist man dort so gut wie alleine unterwegs.

Der Sonnenuntergang auf der Great Ocean Road bei Bay of Islands.

Weiter geht es mit Loch Ard Gorge. Ebenfalls eine tolle Aussicht. Da hat man sogar die Möglichkeit in eine Bucht herunterzusteigen und vom Sandstrand aus die Szenerie zu geniessen. Besonders interessant fanden wir die Geschichte rund um Loch Ard Gorge. Vor der Küste liegt nämlich ein Schiffswrack namens Loch Ard und Gorge Gibs war der Kapitän dieses Schiffs. Überlebt hat dieses Drama nur eine Frau und ein junger Herr. Diese beiden haben sich in die oben erwähnte Bucht gerettet. Ebenfalls in der Nähe steht die grosse und sehr markante Felsformation Namens Razorback.

Viel schöner fanden wir jedoch Sherbrooke River. Dieser Ort ist in unmittelbarer Nähe von Loch Ard Gorge. Man nimmt den selben Abzweiger und biegt dann nicht links zu Loch Arg Gorge, sondern nach rechts ab. Den Wagen stellt man auf einem kleinen Parkplatz ab. Auch wenn da nicht viele Autos stehen, nicht täuschen lassen. Du bist da auf jeden Fall richtig. Danach findest du ziemlich bald ein Schild mit der Aufschrift Sherbrooke River. Einfach immer dieser Markierung folgen und du landest im Paradies. Das unglaublich tolle daran ist, dass nichts eingezäunt ist. Du kannst dich frei am Strand und auf den Klippen bewegen.

Das grosse Highlight die 12 Apostel

Die 12 Apostel werden als ganz grosses Highlight der Great Ocean Road gehandelt. Dementsprechend voll sind der Parkplatz und die Aussichtsplattform. Insbesondere bei Sonnenuntergang strömen die Massen dahin, was ich durchaus verstehen kann. Wir waren zu Sonnenuntergang, in der Vollmond-Nacht und zu Sonnenaufgang da. Stefan hat ein absolut gigantisches Bild geschossen.

Die Twelve Apostles bei einem magischen Sonnenaufgang.

Bezüglich des Hypes, der um diese Brocken im Meer gemacht wird, sind wir nicht ganz einer Meinung. Während ich es durchaus verstehen kann, ist Stefan der Meinung, dass es viele Plätze gibt, die um ein vielfaches Schöner oder zumindest ebenso schön sind, wie die Twelve Apostles. Die Twelve Apostles werden halt hochstilisiert und kommerziell ausgeschlachtet. Es gibt sogar Heli-Anbieter, welche Flüge über die 12 Apostel anbieten. Wer es noch exklusiver will, bucht einen Ballonflug für zwei Personen. Der Spass kostet rund 3’000 Dollar. Anscheinend gibt es tatsächlich eine Nachfrage für dieses Angebot.

Die 12 Apostel kann man aber nicht nur von der Aussichts-Plattform oder aus der Luft begutachten. Etwas weiter entfernt vom Haupt-Parkplatz der 12 Apostel befindet sich ein Parkplatz bei den sogenannten Gibson Steps. Diese Stufen führen zu einem Sandstrand. Von diesem Strand aus kann zumindest einer der Apostel in seiner wahren Grösse bestaunt werden.

Der Otway Nationalpark

Dieser Park hat wiederum sehr viel zu bieten. Der Otway National Park ist ein Regenwald und das ist zugleich auch der Grund, weshalb du unbedingt einen Ausflug dahin machen solltest. Wir waren rund eine Stunde von Apollo Bay bei einem Tree Top Walk. Dort bieten sie auch den Otway Fly an. Ja richtig, du fliegst durch die Bäume, natürlich an einem Drahtseil.

Dieser Nationalpark hat auch einige Wasserfälle zu bieten. Wir als Schweizer, mit unserem Rheinfall, sind da natürlich verwöhnt. Also bitte kein Rheinfall erwarten. Es ist mehr so ein kleiner niedlicher Wasserfall in Mitten von grün. Insbesondere die Hopetoun Falls bieten von der Szenerie her aber einiges mehr als der Rheinfall.

Die Langzeitbelichtung bei den Hopetoun Falls. Das Wasser sieht aus wie gemalt.

Die Great Ocean Road zusammengefasst

Die Great Ocean Road ist im wahrsten Sinne des Wortes „great“. Aus fotografischer Sicht waren für uns die Hopetoun Falls im Otway Nation Park, Bay of Islands und am Ende auch die 12 Aposteln die Highlights. Unser Tipp: Versuche dich antizyklisch zu verhalten, dann kannst du diese schönen Plätze fast für dich alleine geniessen. Wir waren oft zu Sonnenaufgang und am Abend auch noch lang nach Sonnenuntergang unterwegs. Buche auf keinen Fall eine Tour. Ziehe auf eigene Faust los. Sonst musst du dich an das Tempo der Tour anpassen. Rase nicht durch, sondern lasse diese wundervollen Orte auf dich wirken. Absolut empfehlenswert ist die Sonnenuntergangszeit.

Weitere Bilder von Australien gibt es hier.

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