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Fotografieren auf Reisen Teil 5 – Spezielle Lichtsituationen

Sonnenstrahlen fallen durch den Dschungel bei Machu Picchu während dem Sonnenaufgang.

Im letzten Blog habe ich euch einen Überblick über das Licht gegeben. Nun gehe ich auf spezielle Lichtsituationen ein, welche dir helfen, eine ganz besondere Stimmung im Bild zu erzeugen. Bevor du jetzt aber den Blog liest, rate ich dir, den Wecker schon einmal auf fünf Uhr morgens zu stellen, denn du wirst bald früh raus müssen.

Die Goldene Stunde

Jetzt wird es magisch, zauberhaft, einfach besonders. Die sogenannte Goldene Stunde ist der Traum eines jeden Fotografen, denn sie verleiht einem Foto das besondere Etwas. Gemeint ist die Zeit direkt nach Sonnenaufgang und unmittelbar vor Sonnenuntergang. Immer dann wird die Welt in ein besonderes, sehr weiches gelb-rötliches Licht gehüllt. Das blaue Licht ist von der Atmosphäre zum grössten Teil herausgefiltert. Perfekt, um wunderschöne Fotos zu schiessen. Beachten musst du aber das schmale Zeitfenster. Denn die Goldene Stunde dauert in Wirklichkeit nur wenige Minuten und nicht etwa wie es der Name erahnen liesse, eine ganze Stunde. Je nach Tag und Wettersituation bekommst du mehr oder weniger von diesem speziellen Licht serviert. Also sei auf der Hut und schau, dass du bereit bist, wenn es losgeht. Allenfalls lohnt es sich bereits im Vorfeld zu überlegen, was du fotografieren willst, da du so das Maximum aus der Aufnahmesituation rausholen kannst.

Sonnenuntergang beim Sonnentor der Inka-Ruine Sacsayhuaman im peruanischen Cusco.

Die Blaue Stunde

Noch kürzer als die Goldene Stunde ist die so genannte Blaue Stunde. Hier trügt der Namen ganz besonders, denn die Blaue Stunde dauert nur einige wenige Momente. Bei der Blauen Stunde wird die Welt in ein bläuliches Licht getaucht. Eine spezielle Lichtstimmung, die den Fotos einen ganz besonderen Look verleiht. Möchtest du in dieser Lichtstimmung Fotos machen, passt du den Moment ab, an welchem die Sonne untergegangen ist. Dann muss es schnell gehen, weil das zur Verfügung stehende Licht rasant abnimmt. Deshalb sollte der Bildausschnitt schon vorab festgelegt werden. Schnapp dir also ein Stativ, setze den Bildausschnitt und tätige die ersten Einstellungen und dann los, schiess die schönen Bilder.

Um zu wissen, wann die Goldene sowie die Blaue Stunde stattfinden, gibt es diverse Apps, mit welchen die genaue Zeit für den jeweiligen Ort ermittelt werden kann. Persönliche setze ich Sun Surveyor für iOS ein. Die App gibt es aber auch für Android Phones. Im Gegensatz zu anderen Apps kostet Sun Surveyor rund 5 Euro. Der Preis lohnt sich aber, da das kleine Tool extrem umfangreich ist und einen echten Mehrwert bietet. Einige Infos dazu findest du auf der offiziellen Homepage. Mit einer kleinen Recherche im Google Play Store oder im Apple App Store findest du aber eine Unmenge an Alternativen.

Kajaker ziehen ihre Bahn während der Blauen Stunde in Konstanz.

Der Reiz der Dunkelheit

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, immer hat die Dunkelheit ihren ganz besonderen Reiz. Wer über ein Stativ verfügt, kann seine Kamera schnappen, rausgehen und Langzeitbelichtungen durchführen. Dabei bleibt der Verschluss für mehrere Sekunden bis mehrere Minuten offen. Die Blende öffnest du möglichst maximal, da du kein Licht zu verschenken hat.
Das Ergebnis ist jedes Mal eine kleine Überraschung, da du ein Foto erhältst, welches so vom Auge nicht erkannt wird. Es entstehen kleine Kunstwerke und du kannst selbst bei absoluter Dunkelheit ein Foto schiessen. Es empfehlen sich besonders unbewegte Motive wie Landschaften zu wählen, da diese scharf abgebildet werden können. Wolken und Wasser verschwimmen wegen der langen Belichtungszeit und verleihen dem Foto ein wenig Magie. Lichtzieher in der Nacht werden übrigens auch mit Langzeitbelichtung realisiert. Auch das sogenannte Lightpainting wird mit dieser Technik realisiert.

Blick auf die peruanische Stadt Cusco bei Nacht.

Vor und nach Gewittern

Kontraste wirken in vielerlei Hinsicht. Zum einen erzeugen sie Spannung und sorgen dafür, dass sich Elemente besser gegeneinander abheben. Helle und dunkle Elemente können blitzschnell vom Auge erkannt werden. Mikrokontraste sorgen dafür, dass wir ein Bild als schärfer wahrnehmen. Die Natur serviert uns die schönsten Kontraste vor und nach Gewittern. Wenn beispielsweise einzelne Strahlen der Sonne durch die dunkle Wolkendecke brechen erzeugt dies eine ganz besondere Lichtstimmung. Die Bilder wirken dann dramatisch und sind richtige Hingucker. Schöner Nebeneffekt ist, dass meist kurz vor und nach Gewittern selbst Plätze die sonst von Menschen überlaufen sind, sich komplett leer präsentieren und der Fotograf sich so austoben kann.

Generell empfiehlt es sich, in jeder Lichtsituation mindestens einmal zu fotografieren. Dadurch lernst du mit der Kamera richtig umzugehen. Zudem kannst du so herausfinden, welche Lichtsituation dir besonders zusagt. Freunde von mir lieben beispielsweise die harten Schatten, wenn die Sonne am höchsten steht. Ich selber bevorzuge die Goldene Stunde und die Nacht.

Mich würde es interessieren, wann du rausgehst, um zu fotografieren. Postet doch einfach in die Kommentare. Stellt auch jeder Zeit deine Fragen, diese beantworte ich gerne.
In dem Sinne: Viel Spass beim Fotografieren!

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