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Fotografieren auf Reisen Teil 4 – Licht in der Fotografie

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages in den schottischen Highlands.

Meinen Fotografie-Schülern lerne ich jeweils in der ersten Lektion, dass Licht das A und O ist. Ohne Licht könnten wir nicht fotografieren. Der Name Fotografie bedeutet auch Malen mit Licht. Und selbst in der Nacht ist Licht vorhanden. Je besser wir Licht verstehen, desto mehr können wir aus unseren Bildern herausholen. Licht in der Fotografie ist der wichtigste Bestandteil eines Fotos. Dieser Blog führt dich ins Thema Licht ein und gibt dir einen Überblick über verschiedene Lichtsituationen.

Unterschiede des Lichts

Generell unterscheiden wir zwischen natürlichem Licht, wie wir es draussen antreffen und künstlichem Licht. Generell kannst du sagen, dass natürliches Licht von der Sonne stammt und künstliches Licht vom Menschen gemacht ist. Der Unterschied liegt im Kelvin-Wert und dementsprechend in der Farbtemperatur. Natürliches Licht ist bläulich, künstliches Licht neutral weiss oder rötlich.

Im Weiteren unterscheiden wir direktes Licht, welches von der Lichtquelle direkt auf das Motiv fällt und indirektes Licht, welches abgelenkt auf dem Motiv landet.

Hartes und weiches Licht sind weitere Merkmale, welche wir gut an den Schatten erkennen können. Darauf solltest du besonders bei Portraits achten. Frauen fotografierst du besser mit weichem Licht. Bei Männern kann hartes Licht eine starke Wirkung entfalten.

Die Goldene Stunde bei den Kelpies in Schottland.

Mittagssonne – Meide sie und gönne dir lieber frei

Wenn die Sonne am höchsten steht, können nicht nur die Temperaturen für den eigenen Körper eine Herausforderung darstellen, sondern auch die Lichtverhältnisse beim Fotografieren. Harte Schatten und viel Licht sind allgegenwärtig. Wenn du die harten Schatten nicht als Stilelement einsetzen willst, so meide im Sommer diese Zeit einfach. Ein Sprichwort besagt: „Von elf bis drei hat der Fotograf frei.“

Davon ausgenommen ist die Makrofotografie im Freien. Gerade bei dieser Spezialform der Fotografie kannst du nie genug Licht haben. Da lohnt es sich, diese Zeit des Tages auszunutzen.

Und generell gilt das folgende Sprichwort, wenn du im Sonnenschein fotografierst: „Wenn die Sonne lacht, Blende acht“. Damit ist natürlich mindestens Blende acht gemeint. Verpflichtend ist dies nicht, aber du hast dadurch einen guten Anhaltspunkt für die Einstellung der Kamera.

Im Winter musst du eigentlich nichts bezüglich der Tageszeit beachten, denn da ist der Himmel meist sowieso von Wolken bedeckt. Diese fungieren als überdimensionale Softboxen. Die feinen Wassertröpfchen streuen das Licht und sorgen dafür, dass dieses weich auf die Erde fällt. Dadurch gibt es so gut wie keine Schattenwürfe.

Bewölkte Tage

Der gleiche Effekt stellt sich an bewölkten Tagen ein. Auch da findest du sehr weiches Licht vor, welches von den Wolken gestreut wurde. An bewölkten Tagen zu fotografieren erleichtert dir das Handwerk als Fotografie-Anfänger, da du der Herausforderung von hartem Licht so aus dem Wege gehst und nicht mit den dadurch entstehenden Schatten zu kämpfen hast. Deshalb rate ich dir auch, falls du mit der Fotografie beginnst gehe so oft wie möglich an bewölkten Tagen mit der Kamera raus.

Ein bewölkter Tag beim Neist Point in Schottland.

Die Lichtfarbe

Wie bereits einleitend erwähnt, hat Licht eine Farbe. Kunstlicht ist eher rötlich, natürliches Licht ist bläulich. Licht ist ein Wellenlängenbereich der elektromagnetischen Strahlung, welchen wir sehen können. Wir Menschen können ein Lichtspektrum im Bereich von etwa 380 bis 780 nm sehen. Ultraviolet (UV) und Infrarot (IR) ist für uns nicht sichtbar. Die Lichtfarbe erstreckt sich über rund 2’000 Kelvin bis hin zu 10’000 Kelvin. Farbstiche im Bild resultieren aus falschen Weissabgleichen, können aber leicht im RAW Format korrigiert werden.

Licht ist ein sehr komplexes und grosses Thema, das die elementare Grundlage der Fotografie bildet. Es hilft dir, wenn du dich mit Licht ein wenig auskennst. Achte im Alltag auf die Lichtsituation. Aus welcher Richtung kommt das Licht? Welche Farbe hat es? Handelt es sich um direktes oder indirektes Licht? Wie sehen die Schatten aus? Stelle dir solche Fragen und lerne das Licht zu lesen und zu interpretieren. Das sorgt dafür, dass du schon bald sehr versiert mit dem Licht umgehen kannst und deine Fotos dadurch besser werden.

Der erste Teil dieser sechsteiligen Serie befasst sich mit der Fotoausrüstung. Im zweiten Teil haben wir über die Motive und Perspektiven gesprochen und im dritten Teil haben wir dir die Bild-Komposition näher gebracht. Gerade eben hast du erfahren, wie wichtig das Licht ist und was es für verschiedene Lichtsituationen gibt.
Der nächste Teil befasst sich mit ganz speziellen Lichtsituationen. Lese weiter und lernen, was du beispielsweise, weshalb Gewitter durchaus spannend sein können für Fotografen.

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