Unsere vierwöchige Reise durch Australien mit einem Camper
22. Dezember 2017
Myanmar erleben – Reisekosten
8. Januar 2018

Foto-Filter – Welche es braucht und welche überflüssig sind

ND Filter in Kombination mit einem Sony-Zeiss Objektiv.

Foto-Filter sind ein weiteres grosses Thema im Bereich Fotografie-Equipment. Es gibt sie in allen Grössen und Qualitätsstandards. Manche von ihnen sind sinnvoll, andere überflüssig. Besonders am Anfang kann die Auswahl überfordern. In diesem Blog gebe ich dir Tipps zum Einsatz von Filtern und verrate dir, welche bei mir immer in der Fototasche sind.

Der UV-Filter – Ein meist unnötiger Kauf

Wenn ihr euch schon einmal ein Objektiv gekauft habt, wurde euch sehr wahrscheinlich ein UV-Filter dazu empfohlen. Als Schutz für das Objektiv, so die Begründung.

Als die analoge Fotografie noch State oft the Art war, hatte so gut wie jeder Fotograf einen UV-Filter dabei. Im digitalen Zeitalter sind diese so gut wie überflüssig. Wenn du das Objektiv schützen willst, empfehle ich dir, immer die Gegenlicht- oder auch Streulichtblende zu benutzen. Dieser Plastikaufsatz für das Objektiv schützt dein teures Glas zuverlässig vor frontalen Stössen. Wenn du ein UV-Filter verwendest, kommt hinzu, dass die Lichtstrahlen zuerst einmal durch diese Glasfläche dringen müssen, ehe sie ins Objektiv fallen können. Dies birgt Potenzial für Fehler. Besonders schlimm ist die Kombination aus teurem Objektiv und billigem UV-Filter, da dies zu einer schlechten Bildqualität führen kann.
Die grosse Ausnahme bildet aus meiner Sicht das Fotografieren am Strand oder sehr staubigen Gegenden. Da würde ich auch einen solchen Filter benutzen, denn wenn ein Sandkorn das Glas zerkratzt, ist es nur jenes des UV-Filter und nicht jenes meines Objektivs. Mit dem Hersteller Hoya habe ich hier sehr gute Erfahrungen gemacht.  Wenn ich am Strand aber mit ND oder Polfiltern fotografiere, lasse ich den UV-Filter weg.

ND Filter – Immer in der Fototasche mit dabei

Der UV-Filter ist also nur sehr selten mit dabei. Was aber nie in meiner Fototasche fehlt sind die so genannten ND-Filter (neutral densitiy filters). Auf Deutsch werden diese auch Grau-Filter genannt. Diese Filterart fungiert quasi als Sonnenbrille für das Objektiv, dunkelt das Bild ab und sorgt dadurch dafür, dass du auch am Tag und bei starkem Sonnenschein Langzeitbelichtungen machen kannst. Ich setze diese Technik oft ein, um beispielsweise Wasser dynamisch darzustellen. Die Bewegung des Wassers wird bei Langzeitbelichtungen verwischt, was einen malerischen Effekt erzeugt. Bei den ND-Filtern gibt es verschiedene Stärken. Bei schlechten Lichtverhältnissen reicht meist ein 8-fach aus. Ist mehr Licht vorhanden, greife ich zum 64-fach und bei starkem Sonnenschein sitzt auf meinem Objektiv einer in der Variante 1000-fach.

Bei der Qualität achte ich darauf, dass sie aus Glas sind und dass dieses hochwertig ist. Hier hat B+W, Haida oder auch PHOREX by Jaworskyj ein gutes Angebot. Alles samt Filter, die ich selber benutze. Wichtig ist, dass keine Farbstiche im Bild entstehen. Zudem nehme ich meist die dünnste Version die es gibt, damit so wenig Randabschattungen wie möglich auftreten. Diese könnten zwar auch in Lightroom rausgerechnet werden, jedoch bevorzuge ich dies bereits bei der Aufnahme zu umgehen.

Kleiner Tipp: Achte darauf, dass du fertig fokussierst hast, bevor du den ND-Filter aufschraubst. Bei einem 1000-fach wirst du sonst durch den Sucher nur noch Schwarz sehen.

ND Filter eingesetzt auf einer Zeiss Festbrennweite – Foto by Florian Roost (Instagram: @floroost)

Grauverlaufsfilter – Damit der Himmel die Konturen behält

So genial ND Filter sind, manchmal fällt meine Wahl auf einen anderen.
Bei Landschaftsaufnahmen habe ich zusätzlich zu ND-Filtern auch Grauverlaufsfilter in der Tasche, um bei viel Licht den Himmel etwas abzudunkeln, da dieser sonst ausbrennt. Dabei benutze ich nicht die runden Filter, welche den Horizont in die Mitte legen, sondern eckige, welche es mir erlauben, den Verlauf des Horizonts flexibel zu platzieren. So könnte ich sogar jeden Bereich im Bild abdunkeln, je nachdem, wo ich den Horizont im Bild lege. Die viereckige Glasscheibe wird dabei an einer Halterung befestigt, welche wiederum am Objektiv angebracht wird. Auch hier setze ich auf die PHOREX by Jaworskyj. Das verwendete Schott-Glas ist sehr robust und sorgt dafür, dass keine Farbstiche entstehen.

Zirkularer Polfilter – Bei Wasser unverzichtbar

Ebenfalls ein unverzichtbarer Begleiter ist der zirkulare Polfilter, welcher aus zwei Glasscheiben besteht. Die obere Scheibe lässt sich drehen. Damit kannst du Spiegelungen in der Wasseroberfläche entfernen, wodurch beispielsweise Steine sichtbar werden. Zudem kannst du im Himmel ein satteres blau oder auf der Wiese ein satteres Grün erzeugen. Teilweise bringst du auch bei Glasscheiben die Spiegelung raus, so dass du quasi durch die Scheibe hindurch blicken kannst. Pol- und ND-Filter lassen sich super kombinieren. Dabei wird zuerst der Polfilter vorne am Objektiv angebracht und danach der ND-Filter drauf geschraubt.

Worauf du achten solltest

Gute Material kosten Geld, manchmal sogar ziemlich viel Geld. Qualität hat einfach ihren Preis. Meist lohnt sich dieser Preis aber, denn sie stellen einen grossen Mehrwert dar.

Neben der Glasqualität sowie der Gewindedicke ist es aber ungemein wichtig, dass der er überhaupt auf dein Objektiv passt. Dabei ist der Durchmesser entscheidend. Diesen findest direkt auf deinem Objektiv, angegeben mit dem Durchmesser-Symbol. Alternativ kannst du auch dein Lenscap abnehmen und auf der Innenseite schauen, welche Information angegeben wird. Die Zahl ist meist der Durchmesser. Ich nutze für jeden Durchmesser eigene Filter. Es gibt auch Adapterringe, mit welchen sich beispielsweise 72er Filter auf einem 67er Objektiv benutzten lassen. Dies habe ich aber noch nie ausprobiert. Für den Transport empfehle ich dir kleine Böxchen, welche die Filter gegen Schläge und Stösse schützen. Meist werden diese aber sowieso beim Kauf gleich mitgeliefert.

Apps als Ersatz

Einige Kameras lassen es übrigens zu, dass du sogenannte Filter-Apps benutzen kannst. Bei Sony beispielsweise ist dies der Fall. Neben Sternzieher, HDR Looks und Timelapses lassen sich unter anderem auch Verlaufsfilter simulieren. Die Kamera macht dann zwei Belichtungen, eine für den Himmel und eine für den Rest des Bildes. Daraus wird später direkt in der Kamera ein Bild berechnet. Zwar habe ich solche Apps installiert, nutze sie aber sehr selten, da ich lieber mit richtigen Filtern aus Glas arbeite.

Sinnlose Käufe

Es gibt auch Hersteller, die unnütze Filter produzieren, wie beispielsweise Sternenfilter. Diese sorgen dafür, dass sich Lichtquellen sternförmig verziehen. Dieser Effekt lässt sich aber mit einer geschlossenen Blende genauso gut erzielen und wirkt dann sogar noch natürlicher.

Zudem gibt es auch viele billige Plastikfilter auf dem Markt, welche oft zu Farbstichen im Bild führen. Diese sind unnütz und ich würde lieber keinen verwenden, als solche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

error: Inhalt ist geschützt