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Drohnen in Peru und Chile – Allenfalls lieber am Boden bleiben

Die DJI Mavic wird auf der Hand gelandet - Foto by Florian Roost (Instagram: @floroost)

Wer eine Drohne besitzt und nach Südamerika fliegt, der hat gewisse Bilder von Landschaften im Kopf, welche er mit seinem Fluggerät gerne von oben festhalten möchte. Was bei uns noch gang und gäbe ist, gestaltet sich in manchen Ländern enorm schwierig, besonders in Südamerika.

Viele Staaten sehen sich zurzeit mit der Drohnen-Thematik konfrontiert. Schweden beispielsweise hat sehr streng reagiert und gleicht jetzt einer riesigen No-Fly-Zone. Andere Länder reagieren ein wenig ratlos und so gestaltet sich die Gesetzeslage schwierig. Die Informationen zu Drohnen in Peru und Chile sind spärlich. Niemand kann genaue Angaben machen, da sich die Bestimmungen auch permanent wieder ändern. Wir haben Informationen zu Peru und Chile, zwei Länder, die Drohnen eher streng reglementieren.

Drohnenfliegen in Peru – Ein administrativer Aufwand

Als feststand, dass wir auf Weltreise gehen werden, war für mich klar, meine DJI Mavic muss mit. Mir war klar, dass ich keine Luftaufnahmen beim Machu Picchu machen kann. Aber dass sich die Drohnen-Thematik derart kompliziert präsentiert in Peru, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich habe frühzeitig die offizielle Tourismus-Organisation kontaktiert. Dort konnte mir nicht geholfen werden und ich wurde an ein Amt verwiesen. Zwei Mal ging dieses Spiel so weiter, ehe ich beim Ministry of Transport and Communication landete. Dort laufen die Fäden bezüglich Drohnen zusammen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich die Drohne bei Einreise deklarieren und zur Verwendung in Peru anmelden muss. Das bedeutet, dass ich mit der Drohne zum Zoll gehen und dort zwischen 12% und 18% des Kaufpreises als Einfuhrzoll bezahlen muss. Diesen Betrag bekäme ich zurück, wenn ich alle Formalitäten einhalte und die Drohne am Ende wieder aus Peru ausführe.

Persönliches Erscheinen beim Amt ist Pflicht

Für uns hätte dies bedeutet, die Drohne zuerst am Flughafen zu deklarieren, registrieren und deponieren. Danach muss man persönlich zum Ministry of Transport and Communication in Lima und den Antrag zur Nutzung der Drohne stellen. Dies nimmt rund einen Tag in Anspruch. Die Erlaubnis folgt dann drei bis sieben Tage später. Mit dieser kann die Drohne dann am Flughafen ausgelöst werden. Beim Abflug muss die Drohne dann wiederum präsentiert werden und nach der Sicherheitskontrolle muss der Flughafen nochmals in Begleitung eines Beamten verlassen werden, um die bezahlten Steuern zurückzufordern. Danach kann man die Drohne ausführen und die Prozedur hat ein Ende.

Da wir für Lima nur eine Übernachtung eingeplant hatten, haben wir uns entschlossen, die Drohne nicht mit nach Südamerika zu nehmen. Zwar gibt es durchaus Fälle bei denen der Antrag innerhalb eines Tages gutgeheissen wurde. Daraufsetzen würde ich aber nicht. Bei uns wäre ein weiteres Problem gewesen, dass wir Peru nicht über Lima per Flugzeug verlassen, sondern mittels Bus über die Grenze zu Chile.

Chile – Moderatere Handhabung der Drohneneinfuhr

Die Drohne kann problemlos nach Chile mitgebracht werden. Allerdings muss diese auf ihren Besitzer registriert werden. Das heisst, bei Ankunft wird auch hier der Zoll bezahlt und anschliessend folgt die Registrierung der Drohne. Anschliessend erhält man die Aufstiegsgenehmigung, welche man immer bei sich tragen sollte.

Des Weiteren gelten in Chile eigene Gesetze bezüglich des Einsatzes. So werden Flughöhen und Distanzen klar definiert. Je nach Ort und der dort herrschenden Bestimmungen sind dies zwischen 30 und 60 Meter Höhe. Natürlich gilt auch in Chile, dass nicht in der Nähe von militärischen Einrichtungen geflogen werden darf.

In Chile hätten wir die Drohne wohl mitgenommen, wären wir direkt nach Santiago geflogen. So aber haben wir uns entschlossen die Mavic und allenfalls auch die Spark nach Australien zu senden und dort bei der Camper-Vermietung abzuholen.

Zu den anderen Ländern Südamerikas können wir keine Angaben machen. Informationen erhält man ganz unterschiedliche. So scheint es keinerlei Regeln für Drohnen in Panama zu geben. Mich darauf verlassen würde ich aber nicht. Besser vor der Reise genaue Abklärungen zu den aktuell geltenden Regeln vornehmen und im Zweifel die Drohne lieber zuhause lassen.

Zudem ist es sinnvoll eine Bestätigung deiner Haftpflichtversicherung, über die weltweite Abdeckung von Schäden, mitzuführen.

Wer sich generell für die Einfuhrbestimmungen zu Peru interessiert, wird in unserem diesbezüglichen Blog fündig.

2 Kommentare

  1. Ildi sagt:

    Hallo Ihr Beiden,

    wir waren im April 2019 in Peru mit unserer Drohne unterwegs. Heute ist es gar nicht mehr kompliziert mit deinem Copter ins Land einzureisen und im Land zu fliegen. Wir berichten in unserem Artikel über unsere Erfahrungen und Empfehlungen auf travelsicht.de

    LG
    Ildi

    • Steffi sagt:

      Super. Vielen Dank für den Hinweis. Wir hatten damals verschiedene Informationen von verschiedenen Quellen. Toll, dass es nun so einfach funktioniert.

      LG Steffi

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