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Bildbearbeitung – Pro und Contra auf einen Blick

Der BenQ SW320 Fotomonitor wird bei der Bildbearbeitung eingesetzt.

Braucht es die Bildbearbeitung überhaupt? Was läuft unter Bildbearbeitung, was fällt unter die Rubrik der Bildmanipulation? Was ist erlaubt, was nicht? Dieser Blog ist von genau diesen Fragen inspiriert und bietet einen Überblick.

Zuerst möchte ich auf einen wichtigen Unterschied in Sachen Begrifflichkeit eingehen. Heutzutage hört man oft das Wort Bildbearbeitung, auch wenn eigentlich etwas ganz anderes gemeint ist, nämlich die Bildmontage. Ersterer Terminus bezieht sich auf den Feinschliff eines Fotos. Dabei werden gewisse Parameter verändert und so eingestellt, dass ein gewünschtes Ergebnis entsteht.
Der Begriff Bildmontage beschreibt den Vorgang, der in Zeiten von Photoshop in den Köpfen der Menschen allgegenwärtig ist: Die Veränderung einer Fotografie auf inhaltlicher Basis. Soll heissen, bei der Bildmontage wird die abgebildete Realität verändert. So beispielsweise durch das Entfernen gewisser Bildinhalte. Genau darum soll es in diesem Blog jedoch nicht gehen. Der Fokus liegt auf der Veredelung der Fotografie, der Bildbearbeitung.

RAW macht die Magie möglich

Die Grundlage der Bildbearbeitung bildet das so genannten RAW-Format. Ein nicht komprimiertes Dateiformat, welches die maximalen Bildinformationen beinhaltet. Die Auflösung ist höher, die Bit-Tiefe grösser, die Tonwerte umfassender als bei einer JPEG Datei. Als Konsequenz sind RAW-Dateien aber auch grösser als andere Formate, wie beispielswiese JPG oder PNG. Bei Nikon heisst das RAW-Format übrigens NEF. Sony nennt es ARW. Das Ausgabeformat kann im Kameramenü eingestellt werden. Ab Werk ist oftmals JPG als Standard gesetzt. Den Standard erstmals geändert, hat man als Fotograf die Grundlage gelegt, um das zu vollziehen, was ich gerne “RAW-Magic“ nenne und im Endeffekt nichts anderes ist als die Bildbearbeitung.

Von Lightroom, Photoshop und Capture One

Der Prozess von RAW-Magic startet in einem RAW-Converter. Adobe bietet deren zwei an. Auf der einen Seite gibt es Lightroom. Die Software bietet eine Kombination aus Datenverwaltung und Datenbearbeitung. Im Entwicklermodul von Lightroom können sämtliche Parameter eines Bildes manuell eingestellt werden. Darunter beispielsweise der Weissabgleich (auch Farbtemperatur genannt), der Kontrast, die Tonwerte, Bildhelligkeit, Werte für die dunkeln und hellen Töne und vieles mehr. Ebenso wird die Schärfe des Bildes manuell eingestellt. Das RAW-Foto kommt relativ flach aus der Kamera. Eine Nachschärfung ist daher wichtig.

Steffi bearbeitet ein Tiger-Bild mit dem BenQ SW320 Fotomonitor.

Nach ähnlichem Prinzip funktioniert auch Capture One. Das Programm wurde von Phase One programmiert und ist in zwei Varianten erhältlich: Capture One Pro und Capture One Pro für Sony. Die Sony Version kann – wie es der Name sagt – nur mit Sony-Kameras benutzt werden, ist aber günstiger in der Anschaffung. Bezüglich der Bedienung verhält sich Capture One ähnlich wie Lightroom. Anfänger finden sich schnell zurecht, die Ergebnisse können sich sehen lassen. Ein Vorteil von Capture One liegt zweifelsohne im Bereich des Schärfens einer Fotografie. Während sich Adobe Lightroom diesbezüglich ein wenig limitiert zeigt, schöpft Capture One das volle Potenzial aus. Besonders beim ARW Format von Sony habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Programm gemacht.

Das dritte Programm im Bunde ist Photoshop. Für mich das Werkzeug, wenn es um die Bildmanipulation geht. Für die Bildbearbeitung benutze ich es selten. Eine Ausnahme bildet die so genannte Dodge and Burn Technik, welche ich für den letzten Schliff bei Landschaftsfotografien ab und an einsetze. Jedoch wäre auch die komplette Bildbearbeitung mit Photoshop möglich. Öffnet man in Photoshop ein Foto im RAW-Format, so öffnet sich gleichzeitig ein Dialogfenster in dem man, ähnlich wie bei Lightroom und Capture One, diverse Parameter verändern kann, um so dem Bild den Feinschliff zu verleihen.

Lieber eine gute Aufnahme als stundenlange Bildbearbeitung

Ich empfehle immer, schon bei der Aufnahme ein gutes Bild zu schiessen und nicht den Ansatz zu pflegen, in der Postproduction ein gutes Bild zu erstellen. Dies hängt auch damit zusammen, dass ich lieber fotografiere als stundenlang vor dem Rechner zu sitzen und Regler von der einen Seite auf die andere zu bewegen. In Zeiten von Social Media möchte man zudem auch einmal ein Bild schnell teilen können, da ist man froh, wenn dieses “out of camera“ brauchbar ist und nicht noch zuerst bearbeitet werden muss.

Bildbearbeitung lohnt sich

Zeit für die Bildbearbeitung zu investieren, lohnt sich aber, denn es macht einen grossen Unterschied, ob ein Foto bearbeitet ist oder nicht. Um es nochmals festzuhalten: Es geht nicht darum ein Bild zu manipulieren, sondern es schön herzurichten. Manchmal wird einfach nerviges Bildrauschen entfernt. Manchmal korrigiert man einen fehlerhaften Weissabgleich. Ein anderes Mal schafft man einen ganz besonderen Bildlook. Denn man sollte sich stets bewusst sein, dass die Kamera aus dem Licht, welches auf den Sensor fällt, ein Bild rechnet. Dies ist vereinfacht formuliert, trifft aber den Kern. Wenn die Kamera also ein Bild berechnet, interpretiert sie auch immer. Und je nach Kamerahersteller sieht ein Bild am Ende anders aus. Dank RAW und Bildbearbeitung kann ein Fotograf seine Interpretation eines Bildes vollziehen und so sein ganz eigenes Werk schaffen. Oder einfach eigene Varianten herstellen.

Dazu kommt, dass die Bildbearbeitung unheimlich viel Spass macht. Erlaubt ist, was Spass macht. Ich mache gelegentlich auch gerne Kompositionen in Photoshop, bei welchen ich surreale Welten erschaffe. Dies hat dann aber nichts mehr mit der Bearbeitung von Fotografien zu tun und bildet ein ganz eigenes Genre. Generell finde ich, dass Landschaftsfotografien so wenig wie möglich bearbeitet werden sollten. Störende Elemente sollten, wenn immer möglich durch Verschiebung des Standortes eliminiert werden und nicht durch Photoshop.

Bei der professionellen Fotografie gelten natürlich Regeln. So sollte ein zeitdokumentarisches Foto in seinem Sinngehalt niemals verändert werden. In der Modefotografie wird dies hingegen dauernd gemacht. Die Models werden über Stunden hinweg retuschiert, sodass das Foto auf dem Cover am Ende wenig mit der realen Person zu tun hat.

Falls du dich für unsere Bilder interessierst, freuen wir uns, wenn du auf unserer Foto-Galerie vorbeischaust.

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